Pfotenchaoten mit weichem Fell

zu den Pfotenchaoten am Lönsweg gehören auch noch zwei Katzen, beide rabenschwarz und nicht unbedingt sehr zugänglich. Beide sind sogenannte Außenkatzen, sie leben nicht im Haus sondern haben freien Ausgang, wann immer sie wollen. Beide sind kastriert, kerngesund, verteidigen ihr Revier hier und prügeln sich regelmäßig miteinander, erkennbar an kahlen Stellen im Fell und dicken Fellknäueln im Keller. Außerdem ist das Geschrei durchaus aufweckend nachts, wenn die zwei sich mal wieder fetzen.

Erstmal Tiny, sie ist ein Überbleibsel aus einer großen Katzenfamilie in früheren Zeiten hier im Haus. Tiny ist relativ scheu, kommt eigentlich nur nachts und zum fressen ins Haus und lässt sich nur ungern streicheln. Manchmal genießt sie es, aber dann schlägt sie wieder unvermittelt mit ihrer Krallenpfote zu, so das durchaus mal Blut fließt. Wir lassen sie in Ruhe, dann fühlt sie sich am wohlsten. Im Keller hat sie einen Schlafplatz, auf den sie sich zurückzieht bei schlechtem oder kaltem Wetter. Um unsere Hunde macht sie einen großen Bogen, die mag sie überhaupt nicht.. Über Nacht schläft sie dann oft neben ihrem Futternapf auf der Anrichte im Wohnzimmer, für die Hunde unerreichbar. Früher spazierte sie auch gern mal auf der Küchenarbeitsfläche herum, das haben wir ihr allerdings aus hygienischen Gründen mit dem Einbau einer Glas-Absperrplatte inzwischen vermiest. Katze und Küche vertrug sich in den Augen unserer beiden Köche nicht und wo die recht haben haben die recht, außerdem würzen Katzenhaare nicht wirklich. Ansonsten ist unsere Tiny weitgehend unauffällig, aber immer präsent, wehe, da steht abends kein Futter für sie parat, dann gibt’s was auf die Ohren. Also eine wirklich auffällig unauffällige Pfotenchaotin.

Ganz anders ist Lupina. Ebenfalls rabenschwarz, mit einem kleinen weissen Kehlfleck ist sie ganz anders wie Tiny. Sie kam als Jungkatze zu uns, aus einer Tierarztpraxis. Zunächst als reine Hauskatze, damals wohnten wir noch in der Nähe von Frankfurt in der Stadt. Sie war verspielt, stubenrein, jagte durch die Wohnung, apportierte sogar mit großer Freude Bällchen. Den Umzug nach Ahaus zum Lönsweg in ein Katzenparadies hat sie dann problemlos gemeistert. Hier lassen die Umstände es zu, das sie draußen frei und ungebunden herumsaust. Daran hat sie sich schnell gewöhnt und ihr eigenes Revier erobert. Katzenklappen ermöglichen ihr einen Zugang durch den Keller ins Haus bis ins Treppenhaus vor unserer Wohnungstür. Da ist inzwischen Schluß, weil sie früher immer alle mögliche Beute ins Wohnzimmer schleppt und dort gleichmäßig verteilt. Leute, glaubt mir, es gibt nichts schöneres, wie morgens um drei schlaftrunken mitten im Flur barfuß auf eine halb aufgefressene tote Maus zu treten oder beim Öffnen der Terrassentür eine Federwolke neben einem toten Vogel durchs ganze Wohnzimmer aufzuwirbeln. Im günstigsten Fall sind das irgendwelche leichtsinnigen Vögel, bis hin zur Taube. Ratten und Mäuse natürlich in Mengen, auch mal ein leichtsinniges Jungkaninchen. Alles durch die Katzenklappe ins Wohnzimmer gezerrt, bis wir die umgebaut haben, jetzt kann sie da abends nur noch raus, nicht mehr rein. Seitdem ist Schluß mit den toten Viechern in der Wohnung, die liegen jetzt eher mal auf der Treppe. Wenn wir da runtergehen sind wir aber wach und kriegen das rechtzeitig mit…….meistens.
Lupina ist vom Verhalten fast wie ein Hund, das hat sie sich sicher bei unseren abgeguckt. Total verschmust begehrt sie Platz auf unserem Schoß beim Fernsehen und lässt sich ausgiebig knuddeln, von den Hunden eifersüchtig beobachtet. Wenn wir frühmorgens um fünf nach dem Zeitungsrennen wieder nach Hause kommen erwartet sie uns zusammen mit den beiden Hunden. Wir gehen dann zusammen Morgengassi, Katze und Hunde dabei wild umeinander her rennend und spielend. Dann verlangt sie genau wie die beiden Hunde ihr frisches Morgenfutter, ehe sie sich, bevorzugt in unserem Kleiderschrank, nicht etwa auf den eingerichteten Katzenruheplätzen, zur ausgiebigen Morgenruhe begibt. Abends, bevor sie zur Reviererkundung das Haus verläßt, erwartet sie dann selbstverständlich frisches Trockenfutter. Die Reste vom Tag überlässt sie großzügig den beiden Hunden, die sich da gern drum schlagen. Wie war das, Katzen haben nicht Herrchen und Frauchen sondern Katzen haben Personal. Irgendwie ist da was dran.
So sind unsere Pfotenchaoten vom Lönsweg, nicht nur die vier Hunde, sondern auch die beiden Miezen gehören dazu. Auch sie möchten wir nicht missen, auch wenn man über eine jagende Aussenkatze durchaus streiten kann. Das gehört aber nicht hierhin…..