Maffja von der Hühnersteppe, genannt Matzi

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Dieses kleine krummbeinige Ungeheuer schneite im Jahr 2010 kurz nach unserem Zuzug hier nach Ahaus unter seltsamen Umständen bei uns ins Haus. Ihre Besitzerin hatte wohl festgestellt das Matzi aufgrund körperlicher Merkmale nicht für Zucht und Ausstellung geeignet ist und sich mit einem Überraschungsangriff ihrer bei uns entledigt. Auf Mal war Matzi da.

Eigentlich hatten wir wohl genug Hunde, aber wo drei satt werden, kann auch der vierte noch mit fressen. So ist Matzi, die kleine russische Kaninchendackeline dann bei uns eingezogen. Es war sicher nicht leicht für sie, sich in das schon bestehende Rudel einzugliedern. Aber die anderen drei haben sie dann doch nach einigem Zögern aufgenommen.

Matzi war und ist ein fürchterlicher Angsthase und Schreihals, nach dem Motto große Klappe, nix dahinter. Alles was sie nicht kannte führte zu sofortiger von lautem Schreien begleiteter Flucht mit gesträubtem Rückenfell. Ob Kind, anderer Hund, ein wirbelnder Papierfetzen oder gar ein Fahrradfahrer, alles war ihr nicht geheuer und löste Fluchtreflexe und Angstgeschrei bei ihr aus. Wir haben so manchen Kilometer rennend hinter ihr zurückgelegt, um sie zu beruhigen und wieder einzufangen. Ganz langsam, mit viel Geduld und Bergen von belohnenden Leckereien haben wir sie nun soweit, das sie nicht dauernd davonrast, sondern nur noch heftig bellt und ihre schuhputztaugliche Bürste aufstellt. Sogar einen vorbei fahrenden Fahrradfahrer kann sie inzwischen sogar ignorieren bei gutem Zureden.

Matzi beherrscht perfekt das Mäuse fangen und anschließende -verspeisen. Da macht sie unseren Katzen glatt Konkurrenz. Nicht wirklich schön, aber das liegt nun mal in ihrer Natur. Die im Haus lebenden zwei Katzen kann sie aber, trotz einer gewissen Seelenverwandtschaft überhaupt nicht leiden, ist denen aber nicht gewachsen. Im Laufe der Zeit hat sie gelernt, Katzen nicht mehr anzugreifen, weil sie doch etliche Male heftige Ohrfeigen kassiert hat von denen. Nur wenn Katzenhasser Etzel auf die Katzen losgeht, rast sie brüllend hinterher und fühlt sich als Siegerin, weil – vor Etzel haben die Miezen Respekt und flüchten blitzschnell, denn der packt zu und hat schon so manches Mal das Maul voller Katzenhaar gehabt, blind hin oder her.

Aber anstatt Etzel dankbar zu sein für seine Hilfe beklaut Matzi ihn immer wieder gern. Etzel bekommt seine Leckerchen und seinen Knochen natürlich genauso wie die anderen Hunde auch. Weil er aber nicht mehr alles so richtig mitkriegt und nichts sieht ist Matzi blitzschnell dabei und klaut ihm seine Sachen und schleppt sie weit weg außer Nasenreichweite in ihre Ecke.

Überhaupt ist diese russische Zickendiva ein wahres Klautalent, ob es nun um Etzels Sachen geht oder Futter und andere Gegenstände. Was sie irgendwo „erdieben“ kann nimmt sie sofort in Besitz. Über Stühle und Hocker springt dieser Springdackel in unbeobachteten Momenten auf Tische, immer auf der Suche nach freß- oder wenigsten zerstörbaren Gegenständen. Ein Stück Pizza, ein Plätzchen oder auch mal ein Kugelschreiber oder ein Notizblock werden von ihr fachgerecht zerlegt. Darum stehen bei uns die Stühle entweder unter dem Tisch oder weit genug weg.

So haben wir oft unsere liebe Not mit der kleinen Russin und mussten sie schon manches Mal von ungenießbaren Gegenständen entbinden vor oder nach Passage der Verdauungsorgane. Und auch eine recht ansehnliche und umfangreiche Rechnung der Tierklinik Hochmoor verdanken wir ihrer Gier. Aber Matzi ist und bleibt ein unnachahmliches kleines Dackelmädchen, wir möchten sie nicht missen.

Unsere Matzi eben!

mh, im Oktober 2014

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