Ein Hund mit Namen „Zwiebel“

Zugegeben, einen Hund Zwiebel zu nennen ist sicher nicht alltäglich. Wie oft werden wir angesprochen, woher dieser Name stammt, und immer wieder erklären wir gern…

halt, das Ganze von vorn und der Reihe nach.

Unsere Zwiebel ist eine PUTE, eine Mischlingshündin aus Pudel und Terrier. Geworfen Ende 2005 landete sie zunächst als Welpe in nicht so guten Händen, wo sie einiges zu leiden hatte. Eine Tierschutzeinrichtung befreite sie aus dieser Lage und nahm sich ihrer erfolgreich an. Sie entwickelte sich dort, auch mit Hilfe der alteingesessenen Hofhundedame und natürlich den liebevollen Mitarbeitern da zu einem lebhaften und unternehmungslustigen kleinen Energiebündel. Einzig die abgrundtiefe Angst vor Kindern und Jugendlichen ist ihr damals geblieben, als Folge grober Misshandlungen bei den Erstbesitzern. Diese Ängste hat sie aber im Laufe der Jahre bei uns völlig vergessen nach vielen positiven und behutsamen Erfahrungen. Heute spielt sie gern und oft mit unserem kleinen Enkel und auch ältere Kinder ängstigen sie nicht mehr, sie hat wieder Vertrauen gefasst.

Über eine Internetsuche suchten wir im Juli 2006 einen neuen Hund für die verstorbene Jenny, eine bezaubernde und besonders von meiner Frau abgöttisch geliebte Pudeldame. Wir hatten und haben immer mindestens zwei Hunde, das wollten wir auch beibehalten. Wir stießen dabei auf Zwiebel in einem norddeutschen Tierheim.
Meine Frau hat sich augenblicklich in dieses Fellbündel verliebt. Es folgte der Griff zum Telefon, lange Gespräche mit der Leiterin der Tierhilfe. Am nächsten Wochenende die Fahrt von Frankfurt in den hohen Norden zu Zwiebels Aufenthaltsort. Wir kamen dann am 15.7.2006 mit der kleinen Zwiebel, die sich uns auch ohne Zögern anschloss, nach Hause zurück. Ihren Namen hat sie übrigens von den Mitarbeitern der Tierhilfe bekommen. Als Zwiebel dort ankam, ziemlich verwahrlost und überängstlich, sind Tränen geflossen ob des elenden kleinen Hundes. Daher der Name Zwiebel, denn natürlich wollte keiner zugeben, das er wegen des Hundes Tränen in den Augen hatte, da kamen dir frisch gehackten Zwiebeln in der Küche gerade recht. Den Namen haben wir behalten für das kleine Untier. So sah sie damals aus.

20060611_Zwiebel_Wendland01Zwiebel mit ihrer Ersatzmama im Tierheim 2006

Nun lebt Zwiebel schon viele Jahre bei und mit uns und hat uns immer wieder Freude und Spaß bereitet. Einen ganz kleinen Ausschnitt könnt ihr in dem kleinen Film anschauen, der hier auch veröffentlicht ist im Thread „Pfotenchaoten“. Aber einige herausragende Besonderheiten und Ereignisse möchte ich euch nicht vorenthalten.
Zunächst, Zwiebel ist unglaublich genusssüchtig. Nichts fressbares ist vor ihr sicher und es ist schwer ihr Gewicht im Bereich von 7 Kilo zu halten, auch weil wir gern und oft mit Belohnungsleckerchen arbeiten. So hat Zwiebel im Laufe der letzten drei Jahre in Ahaus begonnen, mit großer Freude und erfolgreich auf alle möglichen Pfosten und Pfähle zu springen und auf Mäuerchen zu laufen. Neuerdings sogar auf solchen, die kaum Platz bieten für das Zwiebelhinterteil und/oder die vier Pfoten. Dort wartet sie dann kunstvoll balancierend auf ihre Belohnung. Sieht zum Brüllen aus. Reichlich über ein Meter hoch ist kein Problem, auch offene Autofenster im Familienvan sind für sie eine Herausforderung, da springt sie locker rein, wenn sie nur ihr Lob und Streicheleinheiten bekommt dafür.

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Das schönste Tagesereignis für Zwiebel ist die Begleitung beim täglichen „Zeitungsrennen“ mit Frauchen am frühen Morgen von halb vier bis fünf. Das ist für sie das absolute Highlight des Tages. Sie kennt ihr „Revier“, markiert es jeden Morgen neu und findet bis ans Jahresende jeden unter den Bäumen vergessen Apfel. Den verspeist sie dann mit großem Genuss. Völlig geknickt ist sie, wenn das Wetter sich britisch gebärdet „it’s raining cats and dogs“ und sie nicht mitrennen darf. Dann muss Herrchen tagsüber einspringen und sie auf eine Fahrradtour mitnehmen einmal durch den Riddebrook’s Busch, die große Runde. Natürlich mit Halt an der kleinen Brücke. Da dann nach Herzenslust im Bach herum plantschen und Stöckchen aus dem Wasser apportieren. So eine Riesengaudi.

Oder auch mal eine Runde mit dem Fahrrad durch die Stadt, vorzugsweise eben ein Tässchen Milchkaffe für die Menschen im Lieblingcafe, da bekommt sie immer eine Scheibe Wurst. Dann schnell mal rein gucken im Fahrradladen und natürlich mit Geduld warten vor der Metzgerei. Herrchen wagt es gar nicht, die Leckerchen für das ganze Rudel zu Hause zu vergessen, leckere Rinderknochen oder für jeden zwei Stückchen Rindergulasch. Das ist dann das Festfressen für das ganze Hunderudel und die beiden Katzen zu Hause.

Natürlich kann ich über Zwiebel und ihre Taten und Untaten noch viel mehr erzählen, im Laufe der Zeit kommen hier sicher auch noch einige Geschichten dazu. Aber für heute ist Schluss, schließlich muß ich ja auch noch über Patty, unsere Pudeldame und die beiden Katzen berichten.

2 Gedanken zu „Ein Hund mit Namen „Zwiebel““

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