Die Elektrokatze

Den ganz frühen Sonntagmorgen, gleich wenn es hell wird nutze ich bei trockenem Wetter gern zu einer Ausfahrt mit dem Rad, begleitet von Zwiebel, unserer PUTE, (eine Pudel-Terrier Mix Hunde­dame). Mir tut die Bewegung gut und Zwiebel ist eine begeisterte Läuferin am Fahrrad. Heute sind wir, wie so oft, schon vor sechs Uhr losgefahren. Wie immer den schönen neuen Radweg entlang Richtung Wald und Wiesen. Zwiebel bestand darauf, rechts abzubiegen auf ihre Stammstrecke Richtung Kläranlage und Wald. Klar das ich ihr gern folgte. Ab ging es über Feldwege, im großen Bogen durch den Wald an ihrer persönlichen Aabachbadestelle und am Karnickelberg vorbei. Schnell mal durchs Maisfeld geschnobert und dann wieder ab über die große Holzbrücke auf den schönen neuen Radweg Richtung Heimat.
Ich entdeckte rechts vor uns auf einer Wiese eine friedlich mau­sende Katze, die, als sie uns sah, gemächlich Richtung Heimat davonzog. Zwiebel ist Katzen gewöhnt und kümmerte sich nicht um das Tier. Die Wiese endet an einem Elektrozaun an einer Böschung mit hohem Unkrautbewuchs. Die Katze entschloss sich vorsichtshalber zu fliehen und dafür die Böschung hochzuspringen statt durch das hohe nasse Unkraut zu schliefen. Sie sprang, unterschätzte aber die Entfernung und Höhe und landete mit dem Bauch auf dem Draht des Elektrozauns.
Könnt ihr euch den Anblick vorstellen….eine kreischende Katze, das Fell rundum gesträubt wie ein alter Handfeger und doppelt so dick wie normal, die sich verzweifelt bemüht, von dem sie beißenden und Schläge austeilenden Draht wegzukommen. So drei vier Stromschläge hat sie bekommen, ehe sie sich vom Draht lösen konnte und fauchend und quietschend als lebender Mop davon sauste.Die arme Katze – ich bin trotz Mitleid vor Lachen über diesen Anblick fast vom Fahrrad gefallen.