Auf den Hund gekommen

wer kennt das nicht, einmal Hund(e), immer Hund(e). Der Hund als Spielkamerad für die Kinder, als Familienmitglied, Wächter, Begleiter oder einfach nur Knuddelhund. Wir wollen unsere Hunde nicht missen, auch wenn es Moment gibt, wo wir ihnen am liebsten die Freundschaft kündigen möchten.

Aber wie sind wir irgendwann mal auf den Hund gekommen? Sicher spielt die eigene Kindheit da eine Rolle, wir hatten immer Hunde zuhause. So hatte ich auch in jungen Jahren schon einen Hund, einen Brackenmischling mit Namen Whisky. Könnt ihr euch die Blicke der Spaziergänger vorstellen, wenn ich laut „Whisky, Whisky“ rufend durch die Gegend wetzte auf der Suche nach meinem dauernd ausgekniffenen Hund Whisky?
Es folgten weitere Hunde, alle mit bezaubernden Eigenheiten und Marotten und heiß geliebt.
Da gab es Cilly, eine Kurzhaarteckeline, unglaublich liebebedürftig aber bei der Jagd rattenscharf. Sie hasste Katzen.
Cora, Mutter von insgesamt 10 wunderschönen Welpen in drei Würfen. Cora war auch noch ein guter Jagdhund, dem kein Fuchsbau zu tief und keine Fährte zu alt war. Sie ist sehr alt geworden und in den Armen meiner jüngsten Tochter für immer eingeschlafen.
Kiki, ein stolzer und etwas unnahbarer Pudelrüde und seine Gegenspielerin Jenny, ein Schmusepudelmädchen und Temperamentbündel. Jenny hat über Jahre täglich eine Wurst abgestaubt im Kiosk am Bahnhof unseres Wohnortes. Ihre Unart, Steine zu apportieren hat sie mehr oder weniger alle Zähne gekostet, eine verrückte Unart.

Alle sind sie schon über die Regenbogenbrücke gegangen und glücklich im Hundehimmel.

Aktuell gibt es im Moment eine schon sehr alte und bisschen klapprige Pudeldame bei uns, dazu unsere heissgeliebte PUTE, ein Pudel-Terrier Mischlingsmädchen. Und diese PUTE ist ein klassisches Beispiel für „auf den Hund gekommen“, sie stammt nämlich aus einem Tierheim in Norddeutschland und ist eher ein Zufallsfund.

Können Welpen eigentlich schwimmen?

 

Diese Frage haben wir uns öfter gestellt, denn es wird ja behauptet, das jeder Hund quasi von Natur aus schwimmen kann. In meiner Zeit als Züchter von Rauhhaarteckeln haben mich das auch öfter mal Kunden gefragt. Gut, meine Hunde konnten alle schwimmen, aber ab wann, ab welchem Alter wusste ich nicht. Ich wollte nun auch nicht hingehen und so einen kleinen Kerl ins Wasser werfen, womöglich konnte der ja garnicht schwimmen und würde absaufen. Die Frage beantwortete sich eines Tages von ganz allein.
Wir waren mit unserer Hündin und ihren Welpen, ca. 9 Wochen alt, zu Besuch bei einem Käufer, der einen der Welpen erwerben wollte. Er hatte schon einen Rüden von unserer Cora aus dem ersten Wurf und wollte einen weiteren dazukaufen.
Wir saßen also vergnügt bei Kaffee und Kuchen bei ihm auf der Terasse während die beiden Teckel mit den Welpen auf dem Rasen herumtobten und spielten. Es war herrlich, die ganze Bande zu beobachten. Vor allem die Welpen, die unglaublich neugierig alles mit Nase, Augen und Pfoten begutachten mussten.
Weiter hinten im Garten gab es einen kleinen Teich, der es den Kleinen angetan hatte. Alle mussten da mal hin und saufen und mit den Pfoten ins Wasser stupsen. Der kühnste von den Welpen begab sich sogar todesmutig (der hatte ja keine Ahnung) auf eine Grünfläche direkt am Ufer, die verlockend in den Teich hereinragte. Sein Pech, das es kein fester Boden war, sondern nur grosse Seerosenblätter, die natürlich seine 500 Gramm nicht tragen konnten und unter ihm versanken. Platsch, lag der kleine Kerl im Wasser und….versank. Ich war schon aufgesprungen und in Richtung Teich unterwwegs, als der kleine Kerl prustend auftauchte und mit seinen kleinen Pfoten auf das Wasser einhieb, das es nur so spritzte. Er rettete sich allein ans Ufer, ich brauchte nicht einzugreifen.
Seitdem wissen wir, das Welpen schwimmen können! Genau diesen Welpen hat der Kunde auch gekauft, es wurde daraus ein mutiger Jagdhund und, wen wundert das, ein wasserfreudiger Apportierhund für die Entenjagd. Er hat viele glückliche Jahre gelebt.

 

ms Mai 2015

Zwiebel ist weg – Alarm

 

*langsam geht der Blutdruck wieder runter“
hat uns doch heute abend unsere Zwiebel einen bösen Streich gespielt. Das hat sie in ihren bisherigen neun Lebensjahren noch nie gebracht. Haut einfach ab, verlässt heimlich das Haus und geht schwoofen.

Wir haben das irgendwann gemerkt und erstmal auf der Suche nach ihr das Haus und den Garten auf den Kopf gestellt. Nichts!     Hmmm! raus vor die Tür, gepfiffen, gerufen, gesucht. Nichts!      Langsam steigt der Blutdruck, wo ist die Kampfratte hin.

Wenn sie verlorengeht, sie trägt ein Halsband mit Namen und meiner Handynummer, ausserdem ist sie auch gechipt und bei Tasso angemeldet. Je länger wir suchen, ich inzwischen auf dem Fahrrad in der weiteren Umgebung, die Mädels zu Fuß im Umkreis, desto irrer die eigenen Gedanken. „Und wenn die nu einer mitgenommen hat, ist doch so eine Süße. Oder wenn die in einer Lebendfalle festsitzt wie letztes Jahr schon mal? “ Herrje, da merkt man erst, wie man an so einem Kerlchen hängt.


Kurz vor der Explosion der ersten Herzkranzgefäße biegt das Untier um die Ecke, fröhlich und quietschfidel, als könnt sie kein Wässerchen trüben, die Mocke. Egal, wir sind ungeheuer erleichtert, das wir unsere Zwiebel wiederhaben und werden ab sofort besser aufpassen, wenn wir die Haustür öffnen!!

Pfotenchaoten mit weichem Fell

zu den Pfotenchaoten am Lönsweg gehören auch noch zwei Katzen, beide rabenschwarz und nicht unbedingt sehr zugänglich. Beide sind sogenannte Außenkatzen, sie leben nicht im Haus sondern haben freien Ausgang, wann immer sie wollen. Beide sind kastriert, kerngesund, verteidigen ihr Revier hier und prügeln sich regelmäßig miteinander, erkennbar an kahlen Stellen im Fell und dicken Fellknäueln im Keller. Außerdem ist das Geschrei durchaus aufweckend nachts, wenn die zwei sich mal wieder fetzen.

Erstmal Tiny, sie ist ein Überbleibsel aus einer großen Katzenfamilie in früheren Zeiten hier im Haus. Tiny ist relativ scheu, kommt eigentlich nur nachts und zum fressen ins Haus und lässt sich nur ungern streicheln. Manchmal genießt sie es, aber dann schlägt sie wieder unvermittelt mit ihrer Krallenpfote zu, so das durchaus mal Blut fließt. Wir lassen sie in Ruhe, dann fühlt sie sich am wohlsten. Im Keller hat sie einen Schlafplatz, auf den sie sich zurückzieht bei schlechtem oder kaltem Wetter. Um unsere Hunde macht sie einen großen Bogen, die mag sie überhaupt nicht.. Über Nacht schläft sie dann oft neben ihrem Futternapf auf der Anrichte im Wohnzimmer, für die Hunde unerreichbar. Früher spazierte sie auch gern mal auf der Küchenarbeitsfläche herum, das haben wir ihr allerdings aus hygienischen Gründen mit dem Einbau einer Glas-Absperrplatte inzwischen vermiest. Katze und Küche vertrug sich in den Augen unserer beiden Köche nicht und wo die recht haben haben die recht, außerdem würzen Katzenhaare nicht wirklich. Ansonsten ist unsere Tiny weitgehend unauffällig, aber immer präsent, wehe, da steht abends kein Futter für sie parat, dann gibt’s was auf die Ohren. Also eine wirklich auffällig unauffällige Pfotenchaotin.

Ganz anders ist Lupina. Ebenfalls rabenschwarz, mit einem kleinen weissen Kehlfleck ist sie ganz anders wie Tiny. Sie kam als Jungkatze zu uns, aus einer Tierarztpraxis. Zunächst als reine Hauskatze, damals wohnten wir noch in der Nähe von Frankfurt in der Stadt. Sie war verspielt, stubenrein, jagte durch die Wohnung, apportierte sogar mit großer Freude Bällchen. Den Umzug nach Ahaus zum Lönsweg in ein Katzenparadies hat sie dann problemlos gemeistert. Hier lassen die Umstände es zu, das sie draußen frei und ungebunden herumsaust. Daran hat sie sich schnell gewöhnt und ihr eigenes Revier erobert. Katzenklappen ermöglichen ihr einen Zugang durch den Keller ins Haus bis ins Treppenhaus vor unserer Wohnungstür. Da ist inzwischen Schluß, weil sie früher immer alle mögliche Beute ins Wohnzimmer schleppt und dort gleichmäßig verteilt. Leute, glaubt mir, es gibt nichts schöneres, wie morgens um drei schlaftrunken mitten im Flur barfuß auf eine halb aufgefressene tote Maus zu treten oder beim Öffnen der Terrassentür eine Federwolke neben einem toten Vogel durchs ganze Wohnzimmer aufzuwirbeln. Im günstigsten Fall sind das irgendwelche leichtsinnigen Vögel, bis hin zur Taube. Ratten und Mäuse natürlich in Mengen, auch mal ein leichtsinniges Jungkaninchen. Alles durch die Katzenklappe ins Wohnzimmer gezerrt, bis wir die umgebaut haben, jetzt kann sie da abends nur noch raus, nicht mehr rein. Seitdem ist Schluß mit den toten Viechern in der Wohnung, die liegen jetzt eher mal auf der Treppe. Wenn wir da runtergehen sind wir aber wach und kriegen das rechtzeitig mit…….meistens.
Lupina ist vom Verhalten fast wie ein Hund, das hat sie sich sicher bei unseren abgeguckt. Total verschmust begehrt sie Platz auf unserem Schoß beim Fernsehen und lässt sich ausgiebig knuddeln, von den Hunden eifersüchtig beobachtet. Wenn wir frühmorgens um fünf nach dem Zeitungsrennen wieder nach Hause kommen erwartet sie uns zusammen mit den beiden Hunden. Wir gehen dann zusammen Morgengassi, Katze und Hunde dabei wild umeinander her rennend und spielend. Dann verlangt sie genau wie die beiden Hunde ihr frisches Morgenfutter, ehe sie sich, bevorzugt in unserem Kleiderschrank, nicht etwa auf den eingerichteten Katzenruheplätzen, zur ausgiebigen Morgenruhe begibt. Abends, bevor sie zur Reviererkundung das Haus verläßt, erwartet sie dann selbstverständlich frisches Trockenfutter. Die Reste vom Tag überlässt sie großzügig den beiden Hunden, die sich da gern drum schlagen. Wie war das, Katzen haben nicht Herrchen und Frauchen sondern Katzen haben Personal. Irgendwie ist da was dran.
So sind unsere Pfotenchaoten vom Lönsweg, nicht nur die vier Hunde, sondern auch die beiden Miezen gehören dazu. Auch sie möchten wir nicht missen, auch wenn man über eine jagende Aussenkatze durchaus streiten kann. Das gehört aber nicht hierhin…..

Die Pudeldame Patty, Rudelchefin der Pfotenchaoten

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Lady Patty Patricia von den Falkenhusener Glückskindern, so wurde sie von der Züchterin in Wächtersbach/Hessen benannt. Eine reinrassige recht kleine schwarz-weiße Harlekinpudelhündin, geworfen am 24.3.2000. Sie kam am 28.5.2001 zu uns als Nachfolge für Cora, eine 16jährige an Krebs verstorbene Rauhhaardackelhündin.
Patty war zunächst an einen Halter/Züchter verkauft worden, der aber mit ihr nicht die gewünschten Erfolge auf Zuchtschauen erzielen konnte. Sie wurde deshalb von ihrer Züchterin wieder zurückgekauft und an uns weitergegeben. Mit Zuchtschau und Zucht haben wir nichts am Hut.
Patty ist ganz klar ein wesensschwacher Hund. Sie hat lange gebraucht, sich an uns zu gewöhnen, hat sich dabei ganz auf ihr Frauchen konzentriert. Fressen aus einem Napf, der womöglich klappern könnte, war ausgeschlossen. Wir haben sie lange aus der Hand füttern müssen, bis sie endlich ihr Futter wenigstens vom Boden aufnahm. Aber sie ist ein richtig liebenswertes kleines Bündel geworden im Laufe der Jahre. Nicht mehr so schreckhaft, ein wenig selbstbewußter und aufgrund ihres Alters und der tapfer eingesetzten noch verbliebenen zwei Restzähne auch die Rudelchefin zuhause. Sie wirkt, wenn sie so herumhüpft und springt, noch recht jung, aber – nie lange.
Jetzt im Alter von 14 Jahren hat sie kaum noch Zähne, das Hundeherz mag nur noch mit Tablettenunterstützung so richtig pumpen und weite Spaziergänge ohne Leine sind nichts mehr für sie. Drei-viermal am Tag ums Eck, ihr kleines Revier markieren und sich lösen, mehr will sie nicht mehr. Und im Sommer genießerisch auf der Terasse in der Sonne liegen. Ansonsten am liebsten zu Frauchens Füßen oder neben ihr im Sessel schlafen. Hilfreich ist dabei, das sie auch nur noch wenig hört und auch schlecht sieht, so das sie in Ruhe und ungestört einen großen Teil des Tages verschlafen kann. Sie ist eben eine alte, in Ehren ergraute Pudeline.
Solange sie schmerzfrei ist und nicht leidet, wird sie zum Rudel gehören und bei uns sein. Wir sind uns aber klar darüber das der Tag, an dem sie über die Regenbogenbrücke geht, nicht mehr fern ist. Wir machen uns schon mit dem Gedanken vertraut ihr, wenn es soweit ist, diesen Gang zu erleichtern und sie auf dem letzten Weg zu begleiten.

 

mh, November 2014

Ein Hund mit Namen „Zwiebel“

Zugegeben, einen Hund Zwiebel zu nennen ist sicher nicht alltäglich. Wie oft werden wir angesprochen, woher dieser Name stammt, und immer wieder erklären wir gern…

halt, das Ganze von vorn und der Reihe nach.

Unsere Zwiebel ist eine PUTE, eine Mischlingshündin aus Pudel und Terrier. Geworfen Ende 2005 landete sie zunächst als Welpe in nicht so guten Händen, wo sie einiges zu leiden hatte. Eine Tierschutzeinrichtung befreite sie aus dieser Lage und nahm sich ihrer erfolgreich an. Sie entwickelte sich dort, auch mit Hilfe der alteingesessenen Hofhundedame und natürlich den liebevollen Mitarbeitern da zu einem lebhaften und unternehmungslustigen kleinen Energiebündel. Einzig die abgrundtiefe Angst vor Kindern und Jugendlichen ist ihr damals geblieben, als Folge grober Misshandlungen bei den Erstbesitzern. Diese Ängste hat sie aber im Laufe der Jahre bei uns völlig vergessen nach vielen positiven und behutsamen Erfahrungen. Heute spielt sie gern und oft mit unserem kleinen Enkel und auch ältere Kinder ängstigen sie nicht mehr, sie hat wieder Vertrauen gefasst.

Über eine Internetsuche suchten wir im Juli 2006 einen neuen Hund für die verstorbene Jenny, eine bezaubernde und besonders von meiner Frau abgöttisch geliebte Pudeldame. Wir hatten und haben immer mindestens zwei Hunde, das wollten wir auch beibehalten. Wir stießen dabei auf Zwiebel in einem norddeutschen Tierheim.
Meine Frau hat sich augenblicklich in dieses Fellbündel verliebt. Es folgte der Griff zum Telefon, lange Gespräche mit der Leiterin der Tierhilfe. Am nächsten Wochenende die Fahrt von Frankfurt in den hohen Norden zu Zwiebels Aufenthaltsort. Wir kamen dann am 15.7.2006 mit der kleinen Zwiebel, die sich uns auch ohne Zögern anschloss, nach Hause zurück. Ihren Namen hat sie übrigens von den Mitarbeitern der Tierhilfe bekommen. Als Zwiebel dort ankam, ziemlich verwahrlost und überängstlich, sind Tränen geflossen ob des elenden kleinen Hundes. Daher der Name Zwiebel, denn natürlich wollte keiner zugeben, das er wegen des Hundes Tränen in den Augen hatte, da kamen dir frisch gehackten Zwiebeln in der Küche gerade recht. Den Namen haben wir behalten für das kleine Untier. So sah sie damals aus.

20060611_Zwiebel_Wendland01Zwiebel mit ihrer Ersatzmama im Tierheim 2006

Nun lebt Zwiebel schon viele Jahre bei und mit uns und hat uns immer wieder Freude und Spaß bereitet. Einen ganz kleinen Ausschnitt könnt ihr in dem kleinen Film anschauen, der hier auch veröffentlicht ist im Thread „Pfotenchaoten“. Aber einige herausragende Besonderheiten und Ereignisse möchte ich euch nicht vorenthalten.
Zunächst, Zwiebel ist unglaublich genusssüchtig. Nichts fressbares ist vor ihr sicher und es ist schwer ihr Gewicht im Bereich von 7 Kilo zu halten, auch weil wir gern und oft mit Belohnungsleckerchen arbeiten. So hat Zwiebel im Laufe der letzten drei Jahre in Ahaus begonnen, mit großer Freude und erfolgreich auf alle möglichen Pfosten und Pfähle zu springen und auf Mäuerchen zu laufen. Neuerdings sogar auf solchen, die kaum Platz bieten für das Zwiebelhinterteil und/oder die vier Pfoten. Dort wartet sie dann kunstvoll balancierend auf ihre Belohnung. Sieht zum Brüllen aus. Reichlich über ein Meter hoch ist kein Problem, auch offene Autofenster im Familienvan sind für sie eine Herausforderung, da springt sie locker rein, wenn sie nur ihr Lob und Streicheleinheiten bekommt dafür.

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Das schönste Tagesereignis für Zwiebel ist die Begleitung beim täglichen „Zeitungsrennen“ mit Frauchen am frühen Morgen von halb vier bis fünf. Das ist für sie das absolute Highlight des Tages. Sie kennt ihr „Revier“, markiert es jeden Morgen neu und findet bis ans Jahresende jeden unter den Bäumen vergessen Apfel. Den verspeist sie dann mit großem Genuss. Völlig geknickt ist sie, wenn das Wetter sich britisch gebärdet „it’s raining cats and dogs“ und sie nicht mitrennen darf. Dann muss Herrchen tagsüber einspringen und sie auf eine Fahrradtour mitnehmen einmal durch den Riddebrook’s Busch, die große Runde. Natürlich mit Halt an der kleinen Brücke. Da dann nach Herzenslust im Bach herum plantschen und Stöckchen aus dem Wasser apportieren. So eine Riesengaudi.

Oder auch mal eine Runde mit dem Fahrrad durch die Stadt, vorzugsweise eben ein Tässchen Milchkaffe für die Menschen im Lieblingcafe, da bekommt sie immer eine Scheibe Wurst. Dann schnell mal rein gucken im Fahrradladen und natürlich mit Geduld warten vor der Metzgerei. Herrchen wagt es gar nicht, die Leckerchen für das ganze Rudel zu Hause zu vergessen, leckere Rinderknochen oder für jeden zwei Stückchen Rindergulasch. Das ist dann das Festfressen für das ganze Hunderudel und die beiden Katzen zu Hause.

Natürlich kann ich über Zwiebel und ihre Taten und Untaten noch viel mehr erzählen, im Laufe der Zeit kommen hier sicher auch noch einige Geschichten dazu. Aber für heute ist Schluss, schließlich muß ich ja auch noch über Patty, unsere Pudeldame und die beiden Katzen berichten.

Maffja von der Hühnersteppe, genannt Matzi

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Dieses kleine krummbeinige Ungeheuer schneite im Jahr 2010 kurz nach unserem Zuzug hier nach Ahaus unter seltsamen Umständen bei uns ins Haus. Ihre Besitzerin hatte wohl festgestellt das Matzi aufgrund körperlicher Merkmale nicht für Zucht und Ausstellung geeignet ist und sich mit einem Überraschungsangriff ihrer bei uns entledigt. Auf Mal war Matzi da.

Eigentlich hatten wir wohl genug Hunde, aber wo drei satt werden, kann auch der vierte noch mit fressen. So ist Matzi, die kleine russische Kaninchendackeline dann bei uns eingezogen. Es war sicher nicht leicht für sie, sich in das schon bestehende Rudel einzugliedern. Aber die anderen drei haben sie dann doch nach einigem Zögern aufgenommen.

Matzi war und ist ein fürchterlicher Angsthase und Schreihals, nach dem Motto große Klappe, nix dahinter. Alles was sie nicht kannte führte zu sofortiger von lautem Schreien begleiteter Flucht mit gesträubtem Rückenfell. Ob Kind, anderer Hund, ein wirbelnder Papierfetzen oder gar ein Fahrradfahrer, alles war ihr nicht geheuer und löste Fluchtreflexe und Angstgeschrei bei ihr aus. Wir haben so manchen Kilometer rennend hinter ihr zurückgelegt, um sie zu beruhigen und wieder einzufangen. Ganz langsam, mit viel Geduld und Bergen von belohnenden Leckereien haben wir sie nun soweit, das sie nicht dauernd davonrast, sondern nur noch heftig bellt und ihre schuhputztaugliche Bürste aufstellt. Sogar einen vorbei fahrenden Fahrradfahrer kann sie inzwischen sogar ignorieren bei gutem Zureden.

Matzi beherrscht perfekt das Mäuse fangen und anschließende -verspeisen. Da macht sie unseren Katzen glatt Konkurrenz. Nicht wirklich schön, aber das liegt nun mal in ihrer Natur. Die im Haus lebenden zwei Katzen kann sie aber, trotz einer gewissen Seelenverwandtschaft überhaupt nicht leiden, ist denen aber nicht gewachsen. Im Laufe der Zeit hat sie gelernt, Katzen nicht mehr anzugreifen, weil sie doch etliche Male heftige Ohrfeigen kassiert hat von denen. Nur wenn Katzenhasser Etzel auf die Katzen losgeht, rast sie brüllend hinterher und fühlt sich als Siegerin, weil – vor Etzel haben die Miezen Respekt und flüchten blitzschnell, denn der packt zu und hat schon so manches Mal das Maul voller Katzenhaar gehabt, blind hin oder her.

Aber anstatt Etzel dankbar zu sein für seine Hilfe beklaut Matzi ihn immer wieder gern. Etzel bekommt seine Leckerchen und seinen Knochen natürlich genauso wie die anderen Hunde auch. Weil er aber nicht mehr alles so richtig mitkriegt und nichts sieht ist Matzi blitzschnell dabei und klaut ihm seine Sachen und schleppt sie weit weg außer Nasenreichweite in ihre Ecke.

Überhaupt ist diese russische Zickendiva ein wahres Klautalent, ob es nun um Etzels Sachen geht oder Futter und andere Gegenstände. Was sie irgendwo „erdieben“ kann nimmt sie sofort in Besitz. Über Stühle und Hocker springt dieser Springdackel in unbeobachteten Momenten auf Tische, immer auf der Suche nach freß- oder wenigsten zerstörbaren Gegenständen. Ein Stück Pizza, ein Plätzchen oder auch mal ein Kugelschreiber oder ein Notizblock werden von ihr fachgerecht zerlegt. Darum stehen bei uns die Stühle entweder unter dem Tisch oder weit genug weg.

So haben wir oft unsere liebe Not mit der kleinen Russin und mussten sie schon manches Mal von ungenießbaren Gegenständen entbinden vor oder nach Passage der Verdauungsorgane. Und auch eine recht ansehnliche und umfangreiche Rechnung der Tierklinik Hochmoor verdanken wir ihrer Gier. Aber Matzi ist und bleibt ein unnachahmliches kleines Dackelmädchen, wir möchten sie nicht missen.

Unsere Matzi eben!

mh, im Oktober 2014

die Rasselbande vom Lönsweg

Frauchen: „Hey schau mal, unsere Pfotenchaoten graben sich da mal wieder zum Nachbarn durch!“

Herrchen: „So eine Rasselbande, die knöpf ich mir vor“.

Dieses oder ähnliches hört man oft in unserem Garten.

Pfotenchaoten – die Rasselbande vom Lönsweg

Wer die kleinen Strolche, Emil und die Detektive oder Pippi Langstrumpf kennt, dem ist der Begriff „Rasselbande“ geläufig. In meiner Fortsetzungsstory hier handelt es sich bei unserer Rasselbande um eine Gruppe frühreifer oder auch spätpubertierender Hunde, die durch ihr Verhalten ihren Herrschaften auf die Nerven gehen und diese gewaltig auf Trab halten. Darf ich zunächst vorstellen, unsere Pfotenchaoten-Rasselbande.

Da ist als Rudelchefin zunächst einmal Patty(14), offiziell Lady Patricia von den Falkenhusener Glückskindern, eine reinrassige edel-vornehme schwarz-weiße Harlekin-Kleinpudeldame, die souverän das Rudel regiert, allerdings ohne sich an den üblichen chaotischen Geplänkeln zu beteiligen, das ist unter ihrer Würde als Rudelälteste. Um die Bande im Zaum zu halten genügen ihr sogar die ihr noch verbliebenen zwei Zähne im Maul.

Dann ist da Maffja von der Hühnersteppe, genannt Matzi(5), eine schwarzbraun gestromte Zwergteckelhündin von edlem rot-russischem Geblüt. Im Gegensatz zu ihrer Chefin Patty ist sie allzeit zu allerlei Unfug bereit. Allerdings ist sie ein schrecklicher Angsthase, immer wieder wird sie vom eigenen Mut überrollt und rast dann schreiend mit aufgestellter Rückenbürste weg von der imaginären Gefahr ins sichere Haus, notfalls kilometerweit. Ansonsten ist Schnarchen im geheizten Wasserbett und Fressen ihr Hobby.

Etzel(9), der Mitläufer und Katzenhasser. Sein Steckbrief: Ich bin ein männlicher Rauhaardackel und natürlich von blauem Geblüt. Ich bin nicht mehr ganz komplett, denn aus wichtigem Grund hat man mir zwei (ge)wichtige Körperteile chirurgisch entfernt, damit ich im Umgang mit den hier mit mir zusammenlebenden Hundedamen mehr Ruhe bewahren kann. Mitläufer nennt man mich deshalb, weil ich blind bin und mich deshalb immer an die anderen anhänge und mitlaufe, wenn was los ist.

Und zuletzt der Kern der Rasselbande, unsere Zwiebel(9). Eine reizende (PUTE = PUdel-TErrier Mix) Hündin, die, wenn man sie anschaut, kein Wässerchen trüben kann. Sie kam ziemlich abgeflacht im Alter von sechs Monaten aus einem Tierheim im Wendland zu uns, mit Haß auf alle Kinder und Jugendlichen, sehr ängstlich und zurückhaltend. Heute ist sie das totale Gegenteil. Immer zu allen Schandtaten bereit und springlebendig liebt sie Kinder abgöttisch, rast wie ein Irrwisch überall mit und hin. Sie begleitet uns auf unserer Zeitungsrennertour so oft wie möglich (wer den Blog hier liest, weiß was ein Zeitungsrenner ist) und ist immer zu Späßen bereit. Ein überaus liebenswerter Pfotenchaot also.

Dann gibt es da noch zwei rabenschwarze Katzenmädchen, die sich aber in aller Regel vornehm zurückhalten. Es sei den, ja es sei denn, die Hunde treten ihnen zu nahe. Ausnahme: Zwiebel und Lupina, die sind zusammen aufgewachsen und spielen sogar zusammen ab und zu,

Diese wunderbaren Pfotenchaoten bereichern unseren Alltag immer wieder mit Streichen, Ereignissen und staunenswerten Geschichten, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Ihr werdet hier immer wieder eine neue Episode, einen Streich oder ein Erlebnis mit den Pfotenchaoten nachlesen können.

Mh, im Oktober 2014

ETZEL vom Lönsweg

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Gestatten, mein Name ist Etzel, Etzel vom Lönsweg. Ich bin ein männlicher Rauhaardackel, sechs Jahre alt und natürlich von blauem Geblüt. Ich bin nicht mehr ganz komplett, denn aus wichtigem Grund hat man mir zwei (ge)wichtige Körperteile chirurgisch entfernt, damit ich im Umgang mit den hier mit mir zusammenlebenden Hundedamen mehr Ruhe bewahren kann.

Meine Menschen sind sehr nett zu mir, obwohl oder auch weil ich seit einigen Jahren nichts mehr sehen kann. Irgendwie haben meine Augen einen Generalstreik angetreten und werden ihn, so der Tierarzt, wohl nie beenden. Anfangs hat mich das sehr gestört, weil ich immer und überall angestoßen bin und weil ich nicht mehr wie früher, auf die Jagd gehen kann. Obwohl, unsere beiden Katzen jage ich immer noch gern, wenn sie mir in den Weg bzw. vor die sehr gut funktionierende Nase laufen.

Hier zuhause kenne ich mich aus und finde jedenWeg und alles was ich brauche mit Hilfe meines famosen Ortsgedächtnisses und meiner feinen Nase. Wenn meine Menschen allerdings Möbel verstellen oder Staubsauger im Weg stehen lassen, renne ich mir natürlich schmerzhaft die Nase ein. Das sind die Momente, wo ich meine Menschen dann nicht mehr ganz so gern habe. Meistens passen die aber auf und lassen nichts rumliegen.

Draußen ist es nicht ganz so einfach. Im Garten kenne ich mich ganz gut aus und finde den Weg, auch meines ausgezeichneten Gehörs wegen, anhand von Rufen meiner Menschen gut zurück ins Haus. Wenn ich allerdings ein Loch im Zaun finde, um Nachbars Hühner zu besuchen, oder die reizende Münsterländer Hündin nebenan finde ich oft nicht zurück und muss abgeholt werden.

Ich gehe nicht wirklich gern spazieren. Zwar kenne ich den Weg entlang der Aa und die nähere Umgebung ganz gut, aber ich treffe immer wieder auf Hindernisse, die mir nicht gefallen, die neu sind oder erschrecke über plötzliche Geräusche. Außerdem gibt es an der Ecke zur Aabrücke so blöde tiefe Löcher, die ich komischerweise immer wieder finde und hineinfalle, wenn meine Menschen nicht höllisch auf mich aufpassen. Und das macht keinen Spaß sag ich euch, wirklich nicht.

Aber, ich bin zufrieden, ich habe meine treusorgenden  Rudelgefährten immer um mich. Da ist meine Freundin Matzi (eine russische Dackelaristokratin) und die terrierverrückte Zwiebel. Und natürlich die alte Grande Dame Patty, ihres Zeichens Harlekinpudeloma, sehr distinguiert, fast abweisend, die alte Dame. Aber mich mag sie wohl, zumindest beißt sie mich nicht weg. (sie hat auch nur noch zwei Zähne)

Und auf meine Menschen (ein ganzes Rudel) bin ich stolz, sie versorgen mich mit allem was ich brauche und knuddeln mich immer dann, wenn mir mal wieder so richtig zum heulen ist. Hier fühle ich mich wohl, hier bleib ich auch.

Euer

Etzel vom Lönsweg

mh, im September 2014