Die Regenbogenbrücke

Diesen Text habe ich vor Jahren irgendwo im Internet gefunden. Ich weiß nicht, wer der Verfasser ist, leider, denn ich würde ihm meine Hochachtung aussprechen für diesen wunderbaren Text. Wann immer ich ihn lese, stehen mir Tränen in den Augen.

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Auf einer Seite des Himmels gibt es einen Platz, der Regenbogenbrücke genannt wird. Wenn ein Tier stirbt, das jemandem besonders nahe stand, begibt es sich zur Regenbogenbrücke. Dort sind Wiesen und Hügel für all unsere besten Freunde, so dass sie zusammen laufen und spielen können. Dort gibt es Futter, Wasser und Sonnenschein im Überfluss, und unsere Freunde haben es warm und fühlen sich wohl und behaglich.

Alle Tiere, die krank und alt waren, haben wieder ihre Gesundheit und Energie; die, die verletzt oder verstümmelt waren, sind wiederhergestellt und stark, so wie wir sie in Erinnerung haben. Die Tiere sind glücklich und zufrieden, bis auf eine Kleinigkeit. Sie alle vermissen ihren Menschenfreund, den sie zurücklassen mussten. Sie laufen und spielen zusammen, aber der Tag kommt, an dem eines plötzlich stoppt und in die Ferne sieht. Seine strahlenden Augen sind aufmerksam; gespannt zittert der Körper. Plötzlich beginnt es von der Gruppe wegzulaufen, fliegt über das grüne Gras, seine Beine tragen es schneller und schneller.

Es hat Dich gesehen, und wenn Du und Dein Freund sich endlich treffen, werdet Ihr im freudigen Wiedersehen so zusammenhalten, auf dass ihr nie wieder getrennt werdet. Glückliche Küsse regnen auf Dein Gesicht. Deine Hände liebkosen wieder den geliebten Kopf, und Du siehst einmal mehr in die vertrauensvollen Augen Deines Lieblings, welcher zwar lange aus Deinem Leben, aber nie aus Deinem Herzen verschwunden war. Dann geht ihr zusammen über die Regenbogenbrücke.

Was aber geschieht mit den Tieren, die niemand Besonderen haben?

Entgegen den meisten Tagen an der Regenbogenbrücke, dämmert dieser Tag kalt dunstig und grau. Der düsterste Tag, den man sich vorstellen kann. Die Tiere, die erst vor kurzem angekommen sind, sind verwirrt und verunsichert, da sie einen solchen Tag nie erlebt haben, seit sie die Regenbogenbrücke erreicht haben. Sie wissen nicht, was sie denken sollen. Doch die Tiere, die bereits eine Weile damit verbracht haben, auf ihre Lieben zu warten, wissen nur zu gut, was geschieht. Sie versammeln sich am Pfad, der zu der Brücke führt. Sie wissen, das dies etwas Besonderes ist und sie wollen es sich ansehen.

Es dauert nicht lange, bis ein älterer Hund in Sichtweite kommt. Sein Kopf hängt schwer und tief, sein Schwanz schleift am Boden. Der alte Hund nähert sich langsam der Brücke. Obgleich sein Herz offensichtlich schwer und er von Trauer und Schmerz überwältigt ist, findet man kein Anzeichen von Verletzung oder Krankheit an ihm. Doch im Gegensatz zu den Tieren, die an der Brücke auf ihre Lieben warten, ist dieser Hund nicht zurückversetzt in seine Vollkommenheit. Er ist weder vollkommen gesund, noch vollkommen kräftig.

Während er seine schmerzhafte, langsame Reise macht, beobachtet er die Tiere, die ihn nun alle ansehen. Er ist hier fehl am Platz , dies ist kein Ort zum Bleiben für ihn. Er fühlt instinktiv, daß er um so glücklicher sein würde, je schneller er die Brücke überqueren würde.

Doch es soll nicht sein. Als er sich der Brücke weiter nähert, erscheint ein Engel und stellt sich ihm in den Weg. Der Engel spricht sanft und entschuldigend zu dem alten Hund. Er erklärt ihm, daß er die Regenbogenbrücke nicht überqueren darf, da nur die Tiere, die mit ihrem besonderen Menschen zusammen sind, hinüber dürfen. Er jedoch hat keinen besonderen Menschen – nicht hier an der Regenbogenbrücke, noch unten auf der Erde.

Ohne Ort, an den er gehen kann, wendet sich der alte Hund ab in Richtung der Felder vor der Brücke. In einer eigenen Region in der Nähe sieht er eine Gruppe älterer, schwacher Tiere, Hunde und Katzen, die ebenso traurige Augen haben wie er. Anders als die Tiere, die auf ihren besonderen Menschen warten, spielen diese Tiere nicht. Sie liegen nur auf dem grünen Gras, starren verloren und voller Not und Elend zu dem Pfad, der zur Regenbogenbrücke führt. Der alte Hund weiß, daß er keine Wahl hat, daß er zu ihnen gehört. So nimmt er seinen Platz unter ihnen ein, den Pfad anstarrend und wartend.

Einer der letzten Angekommenen, der auf seinen besonderen Menschen wartet, kann nicht verstehen, was er gerade gesehen hat. Er bittet eines der anderen Tiere, das bereits eine Weile dort ist, es ihm zu erklären.Der arme Hund wurde von seinem Besitzer ins Tierheim gebracht, als er seiner überdrüssig wurde. Der Anblick, den er nun bietet mit seinem grauen Fell, seinen traurigen, düsteren Augen, ist derselbe Anblick, den er abgab, als er in den Zwinger gebracht wurde. Er kam nie wieder heraus und brachte sich durch, mit nur der Liebe und Zuwendung, die ihm die Heimangestellten geben konnten. So verließ er sein leidvolles, ungeliebtes Leben auf der Erde endgültig. Doch da er keine Familie hatte, keinen besonderen Freund, dem er seine Liebe geben konnte, hat er niemanden, der ihn über die Brücke begleiten kann.“

Das erste Tier denkt darüber nach und fragt dann: „Doch was wird nun mit ihm geschehen?“ Als er gerade seine Antwort bekommen soll, teilen sich die Nebel, die Düsterkeit verzieht sich. Ein einzelner Mann kommt auf die Brücke zu. Ein Mann, der auf der Erde ein gewöhnlicher Mann war, der ebenso wie der alte Hund die Erde für immer verlassen hatte. Er wendet sich zu der traurigen Gruppe der älteren Tiere und hält ihnen seine ausgestreckten Handflächen entgegen. Die süßesten Gesänge, die sie je gehört hatten, erklingen milde über ihnen und all die älteren Tiere sind unmittelbar in das reinste goldene Licht getaucht. Innerhalb eines Momentes sind sie alle wieder jung und gesund, sind sie wieder in der Blüte ihrer Jahre. Eine andere Gruppe aus der Mitte der Tiere, die auf ihren besonderen Menschen warten, bewegt sich zu dem Pfad. Als sie dem Mann näher kommen, verbeugt sich jedes von ihnen und während er an ihnen vorübergeht, legt er jedem von ihnen zärtlich seine Hand auf den Kopf und spricht sanft ihre Namen.

Schließlich bilden die Tiere, die eben noch auf niemanden warten durften, eine Reihe hinter dem Mann und folgen ihm leise. Sie überqueren die Brücke gemeinsam. „Was ist geschehen?“ „Dieser Mann verbrachte sein ganzes Leben damit, Tieren jeder Art zu helfen. Die Tiere, die Du sahst, die ihm Respekt zollten, waren die Tiere, die durch seine selbstlose Hilfe ein neues Zuhause fanden. Sie werden die Brücke überqueren, wenn ihre neuen Familien angekommen sind. Die Tiere, die plötzlich wieder jung und gesund wurden, waren die, die niemals ein Zuhause fanden. Wenn ein Mann oder eine Frau, die ihr ganzes Leben damit verbrachten, Tieren zu helfen, hier ankommen, wird ihnen ein letzter Akt der Barmherzigkeit gewährt. Sie dürfen all die armen Tiere über die Brücke begleiten, denen sie auf der Erde nicht mehr helfen konnten. Weißt Du, ALLE Tiere sind für sie besonders, so wie sie besonders sind für alle Tiere.“

 

mh, Mai 2015

DIE GANZ STARKEN KINDER

 

Wir sprechen von Ihnen als von den „Ganz schwachen Kindern“, aber in
Wirklichkeit sind sie die ganz starken Kinder.

Sie (die Kinder) hocken in einem Rollstuhl. Ihr Oberkörper wird durch steife Plastikgurte, die sich über Brust und Schulter ziehen, an die Rückenlehne des Rollstuhls gepresst; er würde sonst nach vorne sacken. Zwischen ihren Oberschenkeln liegen ebensolche hartkantigen Gurte und halten ihre Becken. Die Füße sind mit Lederriemen auf dem Fußbrett festgeschnallt. Eine Fesselung ist das nicht. Sie können sich ohnehin nicht bewegen. Ihr Kopf wird durch ein Tuch an die Kopfstütze gebunden; wird das vergessen, knickt er zur Seite oder sinkt tief auf die Brust, der Blick geht starr zu Boden. Dann müssen sie warten, bis einer etwas merkt und ihren Kopf aufrichtet und festbindet. Sie können nicht sagen: „Mir ist heiß, weil das Plastikmaterial des Rollstuhls mich zum Schwitzen bringt“. Sie müssen warten, bis einer ihr nasses Gesicht bemerkt.

Sie können nicht sagen: „Mir ist kalt, meine festgebundenen Füße sind eingeschlafen“. Sie müssen warten, bis jemand sieht, dass sie zittern.

Sie können nicht sagen: „Mir ist schlecht“. Sie müssen warten, bis
einer ihre Blässe sieht oder sie erbrochen haben.

Manchmal haben sie Leibschmerzen von den vielen Abführmitteln, die Windeln sind nass und voll Kot, das brennt. Sie müssen warten, bis einer es riecht und sie säubert.

Der Speichel, der unaufhörlich über den Hals in den Pullover rinnt, kitzelt unangenehm.

Sie müssen warten, bis einer sie abwischt, immer wieder und hoffen, dass er ein weiches Tuch nimmt, denn ihr Kinn ist wund.

Die Gurte schneiden ein und machen taube Glieder. Sie müssen warten, bis einer ihre Tränen sieht und warten, dass er herausfindet, warum sie weinen.

Sie können kein Wort, keinen Laut hervorbringen und ihre Hand nicht zeigen und den Vorbeigehenden nicht festhalten. Sie können vielleicht die Hand nicht einmal öffnen, geschweige denn, den Arm ausstrecken.

Vielleicht können sie die Menschen in ihrer Umgebung anschauen und sie mit den Augen rufen, aber sie können nicht sicher sein, dass diese Menschen die Fähigkeit besitzen, in ihren Augen zu lesen.

Wir sprechen von den „ganz schwachen Kindern“, aber in Wirklichkeit
sind sie die GANZ STARKEN KINDER!

Sie müssen immer warten, dass der andere auf sie zugeht. Warten, dass andere ihre einfachsten Bedürfnisse befriedigen – von ihren Wünschen und deren Erfüllung wird wohl selten die Rede sein.
MAN MUSS STARK SEIN, UM SOLCH EIN LEBEN ZU LEBEN.

 

Der Taschentaser

Taserstory, Verfasser unbekannt aber trotzdem dickes Lob für diese Selbstversuchstory

Nur ein Mann würde dies versuchen!

Taschen-taser Elektroschockpistole, ein Super-Geschenk für die Frau.
Ein Mann, der seiner lieben Frau zum Hochzeitstag einen Taschen-Taser gekauft hat,, schrieb daraufhin des Folgende:

Letztes Wochenende ist mir in Larry´s Pistolen und Pfandladen etwas aufgefallen, das sofort mein Interesse weckte. Der Anlass war unser 15. Hochzeitstag und ich war auf der Suche nach etwas Besonderem für meine Frau: Ich stieß auf einen 100.000-Volt Elektrotaser in Taschengröße.

Die Auswirkungen des Tasers sollten wohl nur von kurzer Dauer sein und keinerlei langzeitige Folgen hervorrufen, wodurch Julie dann aber genug Zeit hätte sich in Sicherheit zu bringen….?

SO WAS COOLES GIBTS JA WOHL NICHT!
Lange Rede kurzer Sinn, ich kaufte das Gerät und nahm es mit nach Hause-
Ich legte 2 AAA Batterien in das Gerät und drückte den Knopf- NICHTS!
Ich war total enttäuscht. Schnell fand ich jedoch heraus, dass ein blauer elektrischer Lichbogen zwischen den Gabeln entstand, wenn ich das Gerät auf eine metallische Oberfläche hielt, während ich den Knopf drückte. GEIL!

Leider wartet Julie immer noch auf eine Erklärung für die beiden Brandpunkte auf der Vorderseite ihrer Mikrowelle. Okay, ich war also alleion zu hause mit diesem neuen Spielzeug und dachte mir, dass es ja wohl nicht schlimm sein kann, es waren ja schließlich nur 2 AAA Batterien, stimmt´s?

Da saß ich also in meinem Liegestuhl, meine Katze  schaute mich aufmerksam an (treue kleine Seele), während ich mir die Bedienungsanleitung durchlas und mir dachte, dass ich dieses Gerät definitiv an einem richtigen Zielobjekt aus Fleisch und Blut testen muss.
Ich geb es ja zu, der Gedanke die Katze zu tasern war da (aber nur für den Bruchteil einer Sekunde), aber die Vernunft hat natürlich gesiegt. Sie ist so eine liebe Katze. Aber ich musste natürlich sicher gehen, dass dieses Teil auch hielt, was es versprach. Schließlich war ich drauf und dran es meiner Frau zur Selbstverteidigung gegen Verbrecher zu geben. Das ist ja wohl richtig so, oder?
So saß ich also da in meinen Shorts und Trägerhemd, Lesebrille vorsichtig auf dem Nasenrücken positioniert, in einer Hand die Bedienungsanleitung, in der anderen den Taser.

Laut Bedienungsanleitung sollte ein Stoß von einer Sekunde reichen um den Gegner zu desorientieren; ein zwei Sekunden Schlag sollte Muskelkrämpfe und Kontrollverlust über den Körper hervorrufen und drei Sekunden sollten dazu führen, dass der Gegner wie ein gestrandeter Wal am Boden liegt und nichts mehr bewegt.
Alles über drei Sekunden wäre Batterieverschwendung.
Die ganze Zeit habe ich dieses Gerät im Auge, das etwa 12 cm lang ist und einen Umfang von ca. 2 cm hat (und dann auch nur 2 winzig kleine AAA Batterien); eigentlich recht niedlich. Ich konnte es einfach nicht glauben.
Was dann passierte ist wirklich kaum zu beschreiben, aber ich gebe mein Bestes…

Ich sitze da allein, die Katze schaut mich an, ihren Kopf leicht zur Seite gedreht als wenn sie sagen will „Tu es nicht du Idiot!“. Ich komme zu dem Schluss, dass ein Stoß von nur einer Sekunde von so einem winzigen Teil ja wohl nicht gerade große Schmerzen hervorrufen kann. ich entscheide mich also mir selbst einen Stromschlag von einer Sekunde zu verpassen. ich halte die Gabeln an meinen nackten Oberschenkel, drücke auf den Knopf und… ACH DU HEILIGE SCHEIßE…MUTTER DER MASSENVERNICHTUNGSWAFFEN… WAS ZUM…!!!!!

Ich weiß danz genau, dass Hulk Hogan in dem Moment durch die Hintertür gekommen ist, mich in meinem Liegesessel hochgehoben hat und uns dann beide mit voller Wucht auf den Teppich geschleudert hat. Und das immer und immer wieder. Ich erinnere mich vage daran, in Fötenstellung aufgewacht zu sein, mit Tränen in den Augen, mein Körper war klatschnass, meine beiden Nippel rauchten, meine Weichteile waren verschwunden. Mein linker Arm war in einer ziemlich unkonventionellen Stellung unter meinem Körper eingeklemmt und meine Beine kribbelten.

Die Katze machte Geräusche die ich noch nie zuvor gehört hatte, sie hatte sich am Bilderrahmen über dem Kamin festgekrallt. damit hatte sie wohl versucht meinem Körper auszuweichen, der sich zuckend quer durchs Wohnzimmer geworfen hat.
Nur zur Anmerkung: Sollten sie jemals den Zwang verspüren sich selbst zu tasern, sollten sie folgenes beachten: Es gibt so etwas wie Ein-Sekunden-Schlag nicht, wenn man sich selbst tasert. Sie werden dieses verdammte Ding nicht loslassen bis es durch das wilde umherwirbeln am Boden aus ihrer Hand geschlagen wird! Ein Drei-Sekunden-Schlag wäre in diesem Fall noch sehr zurückhaltend. Etwas eine Minute später (ich bin mir nicht genau sicher, da die Zeit in dem Moment relativ war), sammelte ich meinen Verstand (was noch übrig war), setzte mich auf und begutachtete meine Umgebung.

Meine verbogene Lesebrille lag auf dem Kaminsims. der Liegesessel war auf den Kopf gedreht und etwas zweieinhalb Meter von seiner ursprünglichen Position entfernt.
Mein Trizeps, rechter Oberschenkel und beide Nippel zuckten noch immer.  Mein Gesicht fühlte sich an als stände es unter Vollanästesie und meine Unterlippe wog 88 kg.
Anscheinend hatte ich meine Shorts vollgeschissen, aber alles war zu betäubt um sicher zu sein und riechen konnte ich auch nichts mehr. Ich sah noch eine leichte Rauchwolke über meinem Kopf, welche- glaube ich- aus meinen Haaren kam. Ich bin noch immer auf der Suche nach meinen Weichteilen und habe eine hohe Belohnung ausgesetzt, damit sie sicher wieder nach Hause finden.

PS: Meine Frau kann nicht aufhören über den Vorfall zu lachen, liebt das Geschenk und benutzt es regelmäßig um mir zu drohen.

Zeitungskrise

Zeitungskrise In eigener Sache

Die Zeitungen stecken in der größten Krise ihrer Geschichte. Das liegt nicht nur am Internet. Anlass genug, über unsere eigene Branche nachzudenken.

10.08.2014, von Patrick Bernau, Rainer Hank und Winand von Petersdorff

Nachrichten- und Meinungsvielfalt: Am Bahnhofskiosk ist die gute alte Welt der Papierzeitung noch in Ordnung.

Ella ist jetzt 22 Jahre alt. Sie studiert Englisch und Spanisch, ist an Politik interessiert. Ella ist Tochter einer Lehrerin und eines Wirtschaftsjournalisten (der diesen Artikel mit verfasst hat). Der Vertriebsstratege eines Zeitungsverlages würde sagen: Ella gehört zur Kernzielgruppe von morgen. Genetisch, von der Prägung her und sowieso.

Wenn er da mal nicht falschliegt: Die junge Frau, die schon längst in einer WG lebt, hat noch nie in ihrem Leben eine Zeitung gekauft.

In der Familie, in der Ella aufgewachsen ist, wurde immer Zeitung gelesen: die überregionale Zeitung, dazu das Lokalblatt, am Montag oft der „Spiegel“ und gelegentlich der „Kicker“. Der Zeitungskonsum war beruflich motiviert, aber vor allem war er Teil des Lebensstils. Die Eltern verschwanden zum Ende des täglichen Frühstücks hinter Zeitungsseiten. Sie grunzten Zustimmung, Empörung oder drückten eine Überraschung aus: „Hast du das gelesen?“ „Unglaublich!“

Ella kauft keine Zeitung, aber gelegentlich liest sie Zeitung. Damit ist sie im Einklang mit den Mitstudenten aus ihrem Freundeskreis. Die lesen auch alle selten bis nie Zeitung. Gerade noch zehn Minuten am Tag widmen die 14- bis 29-Jährigen heute im Schnitt der Zeitungslektüre. Ihre Eltern reservieren dafür dreimal so viel Zeit. Das geht aus der ARD/ZDF-Langzeitstudie „Massenkommunikation 2011“ hervor.

Ellas Tag beginnt mit dem Griff nach dem Smartphone, das immer neben ihrem Bett liegt. Sie prüft, ob sie neue Whatsapp-Nachrichten bekommen hat, und geht auf Facebook. Zum Duschen hört sie gerne Musik, die von Spotify kommt. Danach und manchmal schon vor dem Duschen stellt sie den Fernseher an fürs Morgenmagazin. Dort folgt sie sogar den Nachrichten. Sie will schon wissen, was los ist in der Welt. Im Lauf des Tages kommt sie deshalb gelegentlich auf tagesschau.de oder heute.de vorbei. Manchmal schaut sie auf dem Handy auch die Tagesschau.

Ella ist eine Gefahr für die Verlage, unmittelbar und langfristig. Das liegt daran, dass die Zeitung in einer Hinsicht der Zigarette ähnelt: Man muss die Kundschaft im jungen Alter anfixen, um sie zu Gewohnheitskonsumenten zu machen. Sonst sind Hopfen und Malz verloren. Teure Werbegeschenke wie Grillgeräte, Armbanduhren oder andere Verführungen ohnehin.

Gedruckte Zeitungen befinden sich in der bisher schwersten Krise ihrer Geschichte. Und zwar nicht erst, seit sich nach der Jahrtausendwende das Internet mit Aplomb im Leben von Ella und ihren Generationsgenossen breitgemacht hat. Den Zenit überschritt die Branche schon in den Jahren 1982/1983. Damals betrug die (gesamtdeutsch kumulierte) Auflage aller Zeitungen gut 30 Millionen Exemplare. Dreißig Jahre später, im Jahr 2013, werden nur noch 17 Millionen Exemplare der Tagespresse an potentielle Leser verkauft. Das sind lediglich 57 Prozent des damaligen Allzeitgipfels, es entspricht in etwa der Verbreitung der Zeitungen im Jahr 1957. Am Internet alleine kann der Niedergang also nicht liegen.

Bloß dass Anfang der achtziger Jahre niemand die Wende bemerkt hat. Denn die Kultur des Zeitungslesens war in jenen Jahren noch intakt. Und die satten Anzeigen brachten den Verlegern ordentlich Geld. In den bürgerlichen Familien Deutschlands wurde die F.A.Z. oder die „Welt“ gelesen, der Boulevard hatte seine „Bild“ oder den „Express“. Wer sich links fühlte, griff zur „Frankfurter Rundschau“ oder zur „Zeit“, und aus der alternativ-grünen Szene war 1979 die „tageszeitung“ (taz) erwachsen, hierzulande die letzte erfolgreiche Neugründung einer überregionalen Tageszeitung. Die „Neue Zürcher Zeitung“ (gegründet 1780!), die wir als Studenten in der Schweiz lasen, bot ihren Lesern bis in die siebziger Jahre sogar eine Morgen- und eine Abendausgabe mit jeweils komplett neuen Artikeln.

Wer in dieser guten alten Zeit der selbstbewussten Zeitungskultur aufgewachsen ist und später selbst Journalist wurde (für zwei der drei Autoren dieses Artikels trifft das zu), dem geht die derzeitige Krise der Zeitungen nahe. Wenn wir Wirtschaftsjournalisten über die eigene Branche schreiben, hat das, ob wir wollen oder nicht, seine eigene Befangenheit, kann nicht wirklich „objektiv“ sein. Doch nicht darüber zu berichten ist auch keine Lösung.

Wie gesagt, die Geschichte des Niedergangs fängt längst vor dem Siegeszug des Internets an. Aber seit die meisten Haushalte einen Internetanschluss haben, hat sich das Tempo des Auflagen- und Anzeigenrückgangs rapide beschleunigt: In nur zehn Jahren, von 2004 bis 2014, schrumpfte die verkaufte Auflage der Tages-, Sonntags- und Wochenzeitungen in Deutschland um mehr als sechs Millionen Exemplare. Was ist passiert?

Fragen wir einen der Nostalgie unverdächtigen Zeugen – den Chefökonomen des Internetkonzerns Google, Hal Varian. Der Mann, ein Profiteur der Zeitungskrise, hat vor einem Jahr in Mailand einen spektakulären Vortrag über „die Ökonomie des Zeitungsgeschäfts“ gehalten, ausgerechnet als Laudator auf zwei Journalisten. Wenn Zeitungen nicht bald anfingen, kreativ zu experimentieren, könnten sie ihren Herausforderungen nicht trotzen, sagt Varian. Es ist ziemlich ernst: Den ersten Schlag versetzten Kabel- und Satellitenfernsehen den Zeitungen; dann kam das Internet. Es ist ja nicht so, dass der Medienkonsum der Menschen insgesamt zurückginge. Im Gegenteil: Es wird immer mehr gesurft, geguckt, gespielt, gedaddelt. Ganze zehn Stunden täglich vertreiben sich die Bundesbürger ihre Zeit mit irgendwelchen Medien. Aber Zeitung lesen sie immer weniger.

Und Zeitunglesen ist immer teurer. Im Netz lassen sich Informationen viel billiger verbreiten. Die Hälfte der Kosten einer Papierzeitung entstehen durch Druck und Vertrieb. Es braucht große, schwere, teure Maschinen, um die Zeitungsbögen zu drucken. Dann müssen die fertigen Exemplare auf Lastwagen oder in Flugzeuge verfrachtet werden, um am nächsten Morgen von den Austrägern zu den Kiosken und in die Briefkästen der Abonnenten verteilt zu werden. Das verschlingt nicht nur Kapital- und Personalkosten, es dauert auch. Seit dem Internet muss niemand mehr so lange warten, um an die neuesten Informationen zu kommen. „Online-Informationen sind frischer, billiger und jederzeit auf dem Handy zu haben“, sagt Google-Mann Varian. Dabei haben genau diese Vorteile des Internets einst herkömmliche Zeitungen attraktiv werden lassen.

Wer Tageszeitung liest, ist gerade kein Spezialist

Zeitungen waren schnell, billig und ein Massenmedium. Ihren größten Triumph (was nicht mit der größten Auflage identisch ist) erlebten sie an der Schwelle vom 19. zum 20. Jahrhundert. „Damals waren Zeitungen einfach cool“, sagt der Bamberger Kommunikationswissenschaftler Rudolf Stöber.

Weil damals endlich fast alle Menschen in Deutschland lesen und schreiben konnten, wurden Zeitungen zum billigen Kommunikationsmittel für jedermann (man bekam sie für ein paar wenige Pfennige); sie enthielten zudem das Versprechen des sozialen Aufstiegs. Wer sich ein Zeitungsabonnement leisten konnte, der hatte es geschafft und konnte sich sehen lassen. Man muss sich das so vorstellen wie heute das iPhone und iPad (oder vor ein paar Jahren den Blackberry), Statussymbole, mit denen man Coolness und Zugehörigkeit zu den angesagten Kreisen signalisiert.

Immer schon war Zeitunglesen mehr als nur „Informationsbeschaffung“. In den Lesegesellschaften des 18. Jahrhunderts, den Kaffeehäusern des 19. Jahrhunderts, Zeitung ist eine Lebensform, in der sich die bürgerliche Öffentlichkeit herausbilden konnte. Moderne Zeitungen, sagt Forscher Stöber, zeichnen sich durch Aktualität, Periodizität, Publizität und Universalität aus. Sie dienen der kritischen Aufklärung.

Wer eine Tageszeitung liest, ist gerade kein Spezialist. Er ist ein Flaneur, jemand, zu dessen Selbstverständnis zählt, sich für das ganze enzyklopädische Spektrum der Neuigkeiten und ihrer Deutung zu interessieren, sei es in Politik, Sport, Wirtschaft oder Kultur. „Lass mal sehen, was die heute haben“, das ist die Haltung des neugierig flanierenden Lesers. „All the news that’s fit to print“, heißt der Wahlspruch der „New York Times“ seit 1851 – eine Sentenz, die der Wiener Polemiker Karl Kraus kongenial eindeutschte: „Gut, dass in der Welt täglich stets so viel passiert, dass es gerade in eine Zeitung passt.“

Kein Wunder, dass angesichts des aufklärerischen Impulses der Zeitungen die Herrschenden bis heute immer wieder versuchen, durch Pressezensur kritische Gedanken zu unterdrücken – letztlich erfolglos, nachdem die Pressefreiheit in vielen demokratischen Verfassungen als Grundrecht garantiert wurde.

Zeitungen bescherten ihren Eigentümern viele Jahrzehnte satte Gewinne. Das liegt vor allem daran, dass sie von ihren Anfängen an zwei Kanäle der Finanzierung nutzten. Der Leser zahlt am Kiosk oder als Abonnement nicht den vollen Preis, weil sich der Anzeigenkunde, der in der Zeitung Werbung schaltet, an der Finanzierung beteiligt. Der Leser ist dafür sogar dankbar, nicht nur, weil die Zeitung für ihn billiger wird, sondern weil er auch gerne wissen will, wer in der Stadt gestorben ist, wer eine Wohnung zu vermieten oder eine Arbeitsstelle anzubieten hat. Solche Informationen lieferten ihm die Anzeigen.

Geld bringt Unabhängigkeit“

Auflage und Reichweite bringen Werbung, Werbung bringt Geld – und Geld bringt Unabhängigkeit“, so lautete der Schlachtruf des ungarisch-amerikanischen Verlegers Joseph Pulitzer. Die lukrativen Nachkriegsjahre, bezogen auf die Erlöse (nicht die verkaufte Auflage) dauerten hierzulande bis zum Jahr 2000, dem Jahr der höchsten Anzeigeneinnahmen. Damals konnte man sich als Faustformel merken, dass sich die Zeitungsumsätze zu zwei Dritteln aus Anzeigen und zu einem Drittel aus Vertriebserlösen speisten. Allerdings wäre es ein Missverständnis, dies als historischen Normalfall anzusehen. In der jahrhundertelangen Geschichte der Zeitungen übertrafen die Werbeerlöse den Vertrieb lediglich von 1880 bis zum Ersten Weltkrieg und danach noch zwischen 1958 und 2005, präzisiert der Kölner Zeitungsforscher Andreas Vogel.

Mittlerweile ist es umgekehrt, die Vertriebserlöse machen im Durchschnitt 60 Prozent des Umsatzes aus. Weil die Zeitungslektüre gerade bei den für die Werbung relevanten Lesern immer kürzer wird, sind die Werbekunden nicht mehr bereit, hohe Anzeigenpreise zu zahlen. Sie verlangen üppige Rabatte und beklagen lauthals, dass die sogenannten Streuverluste ihrer Reklame in der gedruckten Zeitung viel höher sind als im Internet, wo man sich passgenau seiner Zielgruppe anschmiegen kann, wenn nicht sogar seinem Zielkunden.

Allein in den Jahren 2010 bis 2013 sind den Zeitungen die Einnahmen aus der Werbung von gut 3,6 auf 2,9 Milliarden Euro zusammengebrochen, bei insgesamt steigenden Werbeaufwendungen – eine Spirale nach unten, die an Geschwindigkeit zunimmt. Inzwischen sitzt in den Werbe- und Mediaagenturen eine Generation von Managern und „Kreativen“, die selbst auch keine Zeitung mehr liest.

Die zur Jahrtausendwende endenden Boomjahre der Zeitungen waren in Deutschland aber auch noch in anderer Hinsicht für die Verleger goldene Jahre. Nach dem Zweiten Weltkrieg brauchte, wer Zeitungen drucken wollte, eine Lizenz durch die Besatzungsmächte. Die westlichen Siegermächte waren sich einig, eine neue deutsche, demokratische Presse zu schaffen, die keine Bindung mehr an die unselige Tradition der Nazis haben sollte, und nahmen sich deshalb das Recht der Zensur und Lizenzerteilung heraus.

Faktisch bedeuteten diese Lizenzen für die glücklichen Verleger einen willkommenen Schutz vor Wettbewerb. Wer eine solche Erlaubnis ergatterte – Rudolf Augstein, Axel Springer oder Henri Nannen sind die prominenten Helden –, der war bald wirtschaftlich ein gemachter Mann. Als nach 1949 jeder einen Verlag betreiben durfte, der nach der Entnazifizierung nicht als Belasteter eingestuft war, kam es zu einer Flut von Neugründungen durch Familienunternehmer, die schon vor dem Krieg einen Zeitungsverlag besaßen. Anschließend setzte eine Konzentration ein, die zu regionalen Gebietsmonopolen mit einer einzigen Verlegerfamilie und einer einzigen örtlichen Zeitung führte. Es ist ein offenes, aber nie offiziell bestätigtes Geheimnis der Branche, dass diese Monopole nicht selten durch wettbewerbswidrige Absprachen zustande kamen, die sich freilich nie nachweisen ließen.

Von billigem Papier eingelullt

Diese ganz besondere Struktur der deutschen Zeitungslandschaft bescherte den Verlagseigentümern über viele Jahrzehnte satte Renditen. Die örtliche Sparkasse oder der örtliche Supermarkt kamen gar nicht darum herum, in der Monopolzeitung ihre Reklame zu schalten, wollten sie wahrgenommen werden. Es blieb den werbenden Unternehmen gar nichts anderes übrig, als die von den Verlagen verlangten Anzeigenpreise knurrend zu schlucken.

Monopole machen träge, weshalb der Verdacht naheliegt, dass diese Struktur des Zeitungswesens mit dazu beitrug, dass die Verlage die veränderten Lebensgewohnheiten der Menschen und den technischen Fortschritt lange Zeit nicht sahen oder ernst nahmen. Im letzten Boomjahrzehnt, den 1990er Jahren, wurden sie vom dramatischen Verfall der Papierpreise eingelullt, der für sie angenehm war. Dass das Papier, wie billig auch immer, gegen das papierlose Internet nicht ankommt, wollte damals keiner sehen.

Doch während sich die Zeitungen von den niedrigen Papierpreisen verführen ließen, bereitete die Technik schon das nächste Kapitel im Niedergang der Zeitungen vor. Das Internet löste die Schrift vom Papier und machte sie elektronisch. Das bereitet den Zeitungen gleich doppelt Schwierigkeiten – und zwar in vorher ungeahnter Geschwindigkeit.

Noch im Jahr 2001 funktionierte die Wohnungssuche für den Neuankömmling in der Universitätsstadt so, dass er sich freitagabends um 20 Uhr 30 vor der Druckerei der Lokalzeitung in die Schlange der anderen neuen Studenten einreihte. Um 21 Uhr trug ein Verkäufer die ersten druckfrischen Exemplare der Samstagsausgabe aus dem Tor heraus, und dann suchte jeder aus dem Immobilienteil die spannendsten Studentenbuden aus.

Schon drei Jahre später hatten sich „Immobilienscout“ und „wg-gesucht.de“ durchgesetzt. In dieser kurzen Zeit war die Wohnungssuche per Zeitungsanzeige ein obskurer Geheimtipp für Leute, die im Internet nichts Passendes fanden: Probier’s doch mal mit der Zeitung, es gibt immer noch ein paar ältere Vermieter, die das Internet nicht entdeckt haben.

Nicht nur mit den Wohnungen ging es so. Gebrauchtwagen, Bekanntschaften, Arbeitsstellen – all das, was vorher über das Papier an die Nachrichten der Zeitung gebunden war, verschwand nach und nach aus dem Papier. Damit gingen den Zeitungen gewaltige Einnahmen verloren. Aber genauso schlimm: Sie verloren Service für den Leser. Der Werbewirtschaft war durch das Internet plötzlich aufgegangen, dass es überhaupt keinen notwendigen Zusammenhang zwischen Anzeigen und Nachrichten geben muss.

Auch das restliche Anzeigengeschäft wurde schwieriger. Das Internet lockte die Unternehmen mit dem Versprechen, die detailliertesten Daten auszuwerten und ihre Anzeigen immer denjenigen Leuten zu zeigen, die sich am meisten dafür interessieren. Wer die Treffsicherheit der Facebook-Anzeigen kennt, kann an diesem Versprechen auch heute noch zweifeln. Sicher ist aber: Im Internet ist zusätzlicher Platz für Werbung entstanden, jenseits der Plattformen der Zeitungen (Spiegel Online oder faz.net).

Die Zeitungen besannen sich auf ihre andere Einnahmequelle: die Leser

Facebook und andere jüngere Unternehmen haben immer wieder spannende Websites, ohne dafür viel menschliche Arbeit zu brauchen. Dort kombinieren Computer automatisch Nachrichten, die Mitglieder eingegeben haben – so, dass sie zu den individuellen Bedürfnissen der Leser passen. Auch bei Google bauen Computer Milliarden unterschiedlicher Seiten, je nachdem, was der Nutzer gerade sucht. Das Angebot an Werbeflächen vervielfachte sich, die Preise gerieten unter Druck.

Also besannen sich die Zeitungen auf ihre andere Einnahmequelle: die Leser. Die Zeitungen erhöhten die Preise. In den vergangenen 20 Jahren sind die Zeitungen für die Leser doppelt so teuer geworden, die Preise stiegen viel schneller als die der meisten anderen Produkte – während Umfänge und Qualität selten wuchsen, sondern eher schrumpften. Es ist deshalb ein kleines Wunder, dass die Zeitungen so viele Leser bei der Stange halten konnten. Ob die Strategie der Verlage auf Dauer aufgeht, Umfänge zu schrumpfen und Preise zu erhöhen, ist fraglich. Zeitungsforscher Stöber sagt: „Man kann auf Dauer nicht gleichzeitig Preise drastisch erhöhen und Leistungen kürzen, ohne dass dies folgenlos bleibt.“

Anders als in der Papierwelt verursachen in der elektronischen Welt zusätzliche Leser zwar fast keine zusätzlichen Kosten mehr, doch sie sind auch selten bereit, für die Informationen Geld zu bezahlen. Bevor die Zeitungen im Internet auch nur einen Leser verprellten, ließen sie die Zugänge zu ihren Websites lieber kostenlos – ein paar Cent an zusätzlichen Werbeeinnahmen brachte schließlich jeder. Das war einerseits rational gedacht, andererseits aber reichen die niedrigen Werbeeinnahmen im Internet bis heute nur für einen Teil der Redaktionen, um ihre Kosten zu decken. Geschäftlich ist der Online-Journalismus bis heute nicht erwachsen geworden.

Von den Lesern Geld zu verlangen wurde fast unmöglich. Das Veröffentlichen ist ja billig, der Wettbewerb ist schärfer geworden. Wochenmedien bauten fürs Internet zusätzliche, aktuelle Redaktionen auf. Die privaten, aber auch die mit Zwangsgebühren finanzierten öffentlich-rechtlichen Fernsehsender eröffneten große Gratis-Websites.

Journalisten verlieren das Monopol als Experten für Nachrichten – werden sie trotzdem noch gebraucht?

Doch nicht nur unter den Journalisten wuchs die Konkurrenz. Ministerien, Unternehmen, Forschungsinstitute – sie alle fingen an, ihre Sicht auf die Welt selbst im Internet zu veröffentlichen. Gerade die Informationsfans konnten sich den Bundeshaushalt direkt angucken, anstatt über ihn in einer Zeitung zu lesen. Dazu kamen neue Blogs von Fachleuten oder Autoren, die fundierte und lesenswerte Kommentare in die Welt brachten.

Das Internet vermiest den Zeitungen nicht nur das Anzeigengeschäft, es untergräbt auch ihre Autorität. Wir Journalisten haben das Monopol als Experten für Nachrichten und Kommentare ein für alle Mal verloren. Für die Leser ist die neue, vielfältige Welt großartig. Die Journalisten allerdings sind entmachtet. Ihre Hoffnung bleibt, dass sie doch noch gebraucht werden.

Der Psychologe Uwe Hasebrink am Hamburger Hans-Bredow-Institut für Medienforschung sagt, dass Blogs von Fachleuten es den Lesern erleichterten, ihr „thematisches Interesse“ zu stillen: Die Leser wissen meistens vorher, worüber sie sich informieren wollen. Doch es gibt auch das alte „ungerichtete Informationsbedürfnis“ des Zeitungslesers, das Flanieren, die Freude an der Überraschung. Was passiert damit in der neuen Internetwelt? Könnte darin eine Chance für Chefredakteure und ihre Zeitungen liegen?

Der Umbruch des Internets ist nicht die einzige Zäsur unserer Gegenwart. Auch die gesamte berufliche und soziale Umwelt des Zeitungslesers hat sich verändert. Dass Ella, die Tochter des F.A.Z.-Journalisten, und viele andere Deutsche nur noch selten eine Zeitung lesen, ist eine Entwicklung, die nicht nur am Internet liegt. Es hängt auch damit zusammen, dass sich die Tagesabläufe der Menschen in den vergangenen Jahrzehnten dramatisch verändert haben. Das gemeinsame Frühstück in der Familie, zu dem die Zeitungslektüre gehört wie der heiß dampfende Kaffee, gibt es nur noch in traditionellen Milieus.

Die Arbeitszeiten innerhalb der sozialen Schichten haben sich vertauscht. Während Arbeiter und tarifliche Angestellte mit ihren Gewerkschaften die 35-Stunden-Woche erkämpft haben, gilt in internationalen Anwaltskanzleien oder bei Investmentbankern heute eine 80-Stunden-Woche als Regelfall. Von „Zeitnot“ und „Arbeitszeitverdichtung“ sprechen die Soziologen. Noch in den 1960er-Jahren kam der Fabrikdirektor zum Mittagessen nach Hause, vor dem Mittagsschlaf gönnte er sich einen Blick in die Zeitung. Und sein Prokurist las am Arbeitsplatz F.A.Z., „Handelsblatt“ oder „Börsen-Zeitung“, ohne sich gegen den Vorwurf wehren zu müssen, er habe wohl nichts zu tun.

Zeitungslektüre auf der Arbeit geht heute gar nicht, privat im Internet zu surfen ist kein Problem. In der Bürowelt von heute wechseln die Kollegen regelmäßig von der Excel-Tabelle zu Online-Nachrichten, zu Facebook oder Immoscout. Das wird toleriert, weil es in der Regel schnell geht und zudem von außen schwer zu erkennen ist, ob da einer Tabellen kalkuliert oder sich anderweitig im virtuellen Raum herumtreibt.

Wie geht es weiter? Zwei Szenarien

Wie also geht es weiter mit der Zeitung? Zwei Szenarien können wir uns ausmalen. Das erste trägt den Arbeitstitel: Es wird böse enden. Die Finanzierungsbasis der klassischen Zeitungen erodiert. Ein großes Zeitungssterben setzt ein. Einige Verlage retten sich, indem sie die alten Nebengeschäfte im Internet ausbauen, ihre Zeitungen aber aufgeben. In Gefahr geraten selbst die großen Namen.

Die Werbepreise bleiben unter Druck und sinken. Noch nicht mal die Websites, die heute profitabel scheinen, sind noch sicher. Mit den Redaktionen gehen die Nachrichtenagenturen unter, die heute ja ein paar rudimentäre Nachrichten bis auf die Websites der E-Mail-Dienstleister bringen. Noch sieben Jahre wird es die gedruckte Zeitung geben. Dann ist Schluss – so orakeln gestandene deutsche Verleger. Auch nach dem Untergang der Zeitung werden die Menschen nicht verdummen.

Ihre Nachrichten bekommen sie zum Beispiel von den öffentlich-rechtlichen Sendern, die zunehmend von der Politik beherrscht werden, mit einer Art Steuer zwangsfinanziert. Dazu gesellen sich gemeinnützige Initiativen, wie sie sich in den Vereinigten Staaten und auch in Deutschland nach und nach gründen. Ihre Finanzierung hängt dann von Spenden ab oder von einzelnen Mäzenen, so wie Ebay-Gründer Pierre Omidyar gerade die investigative amerikanische Nachrichtenseite „The Intercept“ finanziert.

Wenn sich keine dauerhafte Finanzierung für berufliche Publizisten findet, entsteht der große Teil des Lesestoffs aber aus anderen Motiven. Journalisten werden eine Art Nebenerwerbslandwirt. Wissenschaftler, von den Universitäten bezahlt, unterhalten Blogs.

Und: Unternehmen schaffen ihren eigenen Lesestoff. In den vergangenen Jahren haben viele Firmen ihre Kundenmagazine entdeckt. Der jüngste Hype heißt „Content Marketing“: Unternehmen bauen eigene, redaktionsähnliche Einheiten auf und veröffentlichen eigene Artikel, um die Menschen auf ihre Marke aufmerksam zu machen. Coca-Cola hat schon ein ganzes Online-Magazin unter dem Namen „Journey“ im Internet. Die Themen drehen sich längst nicht nur um Cola. Die Autoren spüren dem Trend zum Marathonlauf nach, sie begleiten die Entwicklung der Elektroautos und erklären den Amerikanern sogar, wie das deutsche Ausbildungssystem gegen Jugendarbeitslosigkeit wirkt. Nur richtig kritisch wird kein Artikel. Vor einer solchen Welt haben wir, die Autoren dieses Artikels, Angst. Aber, wie gesagt: Wir sind befangen.

Eine positive Utopie

Nun die positive Utopie. Es wird doch noch gut: Eine neue Pressevielfalt entsteht. Einige wenige alte Verlagshäuser gehen als Sieger aus der Krise hervor. Medienforscher Hasebrink sagt, sie profitierten davon, dass die großen Marken der Presse ein großes Vertrauenskapital bei ihren Lesern angehäuft haben. Selbst wenn sich Jugendliche vor allem auf sozialen Netzwerken informierten, dann läsen sie dort vor allem die Artikel der bekannten Marken.

Zu den alten Verlagshäusern, die den Wandel geschafft haben, gesellen sich junge Verlage. Sie können entstehen, weil in der neuen Zeit die Verteilung von Informationspaketen ohne großen finanziellen Aufwand möglich wird: Es braucht keine Druckmaschinen, kein Papier und keine Verteilorganisation mehr, um das Produkt zu Kunden zu bringen.

Die neuen Zeitungen entstehen nicht auf der grünen Wiese, sondern eher in der Cloud. Sie werden von jungen, billigen Redaktionen gemacht. Die neuen Verleger haben die Vorstellung aufgegeben, dass das alte Anzeigengeschäft zurückkommt. Sie müssen ausschließlich vom Verkauf journalistischer Texte leben. Damit das funktioniert, verzichten die neuen Verlage weitgehend auf Printausgaben. Zeitungen zum Anfassen gibt es nur als Luxuspaket – so wie wir es jüngst in einem Trendhotel im österreichischen Bad Gastein erlebt haben, wo morgens um sieben Uhr wahlweise F.A.Z. oder „Süddeutsche Zeitung“ vor der Zimmertür lagen. Es gilt das Wort des Amazon-Gründers und neuen „Washington-Post“-Besitzers Jeff Bezos: Gedruckte Zeitungen sind wie Pferde, man nutzt sie nicht mehr zur Fortbewegung, hält sich aber trotzdem gerne ein paar, wenn man sich das leisten kann. Nach langer Zeit ist der Journalismus wieder direkt abhängig von seinen Lesern.

Verlage kaufen weniger Papier und senken den Preis

Dank Big Data bekommen die Redaktionen schnell eine Erkenntnis, was funktioniert und was nicht funktioniert. Wenn Redakteure die Quote nicht halten, werden sie schneller abgelöst als früher. Statt bisher 150 werden nur noch 20 Journalisten zu einer Pressekonferenz der Kanzlerin kommen – den Untergang der Demokratie muss man deswegen trotzdem nicht befürchten. „Edelfedern“ dagegen werden zu umworbenen Fachkräften, zu Stars des Metiers, beneidet, kopiert und bewundert. Sie bekommen hochdotierte Exklusivverträge, man zahlt Ablösesummen, wenn sie wechseln.

Die Kostenposition der Verlage hat sich halbiert: Sie kaufen weniger Papier, drucken weniger und verteilen kaum noch in entlegene Gegenden. Im Gleichklang senken sie die Preise zum Teil beachtlich, um Marktanteile zu erobern.

Die allgemein erwartete Boulevardisierung der Medien bleibt aus. Stattdessen funktionieren Texte, die mit dem Alltagsleben der Leute verknüpft sind: die vergebliche Suche nach dem passenden Eigenheim im Ballungsraum und mögliche Lösungen. Warum es gefährlich ist, Salat zu essen. Wie Big Data hilft, den besten Partner fürs Leben zu finden. Solche Themen. Einige Verlage setzen explizit auf einen Journalismus, der sich nicht mehr so stark an den Institutionen wie den Parteien, der Kirche oder den Gewerkschaften abarbeitet. Vor allem wird wie wild experimentiert und getestet.

Überraschend für viele ist, dass die Desintegration der Medien, die durchs Internet so leicht gemacht wird, zurückgedrängt wird. Blogger und Journalisten finden sich zu mehr oder weniger losen Redaktionsgemeinschaften zusammen – nach dem Vorbild von krautreporter.de. Gemeinsam können sich die Reporter eher Bildredaktion, Infografik und Korrektur leisten und damit die Darstellung verbessern.

Schließlich steigt die Bereitschaft der Leser, für Inhalte zu bezahlen, die sie klüger machen. Die Geschäftsmodelle bleiben gleichwohl fragil: Das Modell „Krautreporter“ holt sich durch regelmäßige Kampagnen Geld über das sogenannte Crowdfunding. Die Zahler fühlen sich als Teil einer Gemeinschaft zur Förderung des zeitgemäßen Journalismus. Sie funktionieren, sagt taz-Geschäftsführer Kalle Ruch, wie eine Versicherungsgemeinschaft, die gewährleistet, dass der gute Journalismus da ist, wenn man ihn braucht.

Hinzu kommt: Die überlebenden alten Verlage haben sich unterdessen an straffes Kostenmanagement gewöhnt und kommen zurecht – ebenso wie die jungen Verlage, extrem schlank, die mit Wagniskapital im Rücken die Zeitungslandschaft aufrütteln. Sie kämen gar nicht auf die Idee, dass sie keine Zukunft haben könnten.

Ist das alles Wunschdenken? Ja, es ist Wunschdenken. So wünschen wir – die Autoren dieses Artikels – uns die neue Zeitungswelt.

Quelle: F.A.S.

wer kennt das noch

und weiß, wer es geschrieben hat

Dunkel war’s, der Mond schien helle,
schneebedeckt die grüne Flur,
als ein Auto blitzesschnelle
langsam um die runde Ecke fuhr.

Drinnen saßen stehend Leute
schweigend ins Gespräch vertieft,
als ein totgeschossner Hase
auf der Sandbank Schlittschuh lief.

Und der Wagen fuhr im Trabe
rückwärts einen Berg hinauf.
Droben zog ein alter Rabe
schnell mal eine Turmuhr auf.

Ringsumher herrscht tiefes Schweigen
und mit fürchterlichem Krach
spielen in des Grases Zweigen
zwei Kamele lautlos Schach.

Und auf einer roten Bank,
die blau angestrichen war
saß ein blondgelockter Jüngling
mit kohlrabenschwarzem Haar.

Neben ihm ’ne alte Schachtel,
zählte wohl erst sechzehn Jahr,
und sie aß ein Butterbrötchen,
das mit Schmalz bestrichen war.

Oben auf dem Apfelbaume,
der sehr süße Birnen trug,
hing des Frühlings letzte Pflaume
und an Nüssen noch genug.

Von der regennassen Straße
wirbelte der Staub empor.
Und ein Junge bei der Hitze
mächtig an den Ohren fror.

Beide Hände in den Taschen
hielt er sich die Augen zu.
Denn er konnte nicht ertragen,
wie nach Veilchen roch die Kuh.

Und zwei Fische liefen munter
durch das blaue Kornfeld hin.
Endlich ging die Sonne unter
und der helle Tag erschien.

 

Zahnleiden für Fortgeschrittene – hier die schonungslose Wahrheit

Mein heutiges Schlüsselerlebnis, geschildert unter Berufung auf und frei nach Wilhelm Busch

Oftmals bringt ein harter Brocken
Des Mahles Freude sehr ins Stocken.
So geht’s nun auch dem Martin Hoffe;
Er sitzt ganz krumm und hält den Zahn.
Um seine Ruhe ist`s getan;
Er biß sich auf den kranken Zahn.

Nun sagt man zwar; es hilft der Rauch!
Und Martin, ja er raucht nun auch.
Dann treiben ihn die Nöten,
Mit Schnaps des Zahnes Nerv zu töten.
Er taucht den Kopf mitsamt dem Übel
In einen kalten Wasserkübel.

Jedoch das Übel will nicht weichen,
Auf andre Art will er’s erreichen.
Auch zieht ein Pflaster hinterm Ohr
Die Schmerzen leider nicht hervor.
“Vielleicht” – so denkt er – “wird das Schwitzen
Möglicherweise etwas nützen.”
Indes die Hitze wird zu groß,
Er strampelt sich schon wieder los.
Und zappelnd mit den Beinen
Hört man ihn bitter weinen.
Jetzt sucht er unterm Bette
Umsonst die Ruhestätte.

Zuletzt fällt ihm dann der Doktor ein.
Er klopft. – Der Doktor ruft: “Herein!”

“Ei, guten Tag, mein lieber Mann,
Nehmt Platz! Wie, seid ihr heut schon dran?
Laßt sehn! Ja, Ja! Das glaub ich wohl!
Der ist ja in der Wurzel hohl!”
Nun geht der Doktor still beiseit.
Der Martin ist nicht sehr erfreut.
Und lächelnd kehrt der Doktor wieder,
Dem Martin fährt es durch die Glieder.

Ach! wie erschrak er, als er da
Den wohlbekannten Haken sah!
Der Doktor, ruhig und besonnen,
Hat schon bereits sein Werk begonnen.
Und unbewußt nach oben
Fühlt Martin sich gehoben.
Und – rack! – da haben wir den Zahn,
Der so abscheulich weh getan!

Mit Staunen und voll Heiterkeit
sieht Martin sich vom Schmerz befreit.

Der Doktor, würdig wie er war,
Nimmt in Empfang sein Honorar.

und Martin, ja er setzt sich wieder
Vergnügt zum Abendessen nieder.

Und die Moral von der Geschicht:
Vergiß niemals dein Zahnarzt nicht
Der hohle Zahn birgt manches Leid,
der steile – trägt zumeist ein Kleid.
(Will Helm)

Vater und Sohn – das tut weh beim Lesen und Nachdenken

vater-sohn

Sohn: „Papa, kann ich Dich mal was fragen?“

Vater: „Klar, mein Junge. Was ist los?“

Sohn: „Papa, wie viel Geld verdienst du in der Stunde?”

Vater: „Nun, ich denke solche Dinge haben dich noch nicht zu interessieren. Warum fragst du so was?

Sohn: „Ich möchte es einfach nur wissen. Bitte bitte, sag mir, wie viel du in der Stunde verdienst.“

Vater: „Na gut, wenn du es unbedingt wissen möchtest, Ich verdiene 50 Euro in der Stunde.“

Sohn: „Oh.“ (Er senkt den Kopf)

Sohn: „Papa, kannst du mir vielleicht 25 Euro leihen?“

Vater: „(äußerst verärgert) So so! Deshalb fragst du also. Du willst dir Geld von mir leihen, um dir irgendein dämliches Spielzeug oder anderen Blödsinn zu kaufen. So nicht mein Freund. Marschier in dein Zimmer und ab ins Bett! Du solltest mal darüber nachdenken, wie egoistisch du eigentlich bist. Ich arbeite jeden Tag extrem hart und muss mir dann abends so dreiste Fragen anhören!“

Der kleine Junge geht still und leise in sein Zimmer und schließt die Tür. Der Vater setzt sich erst mal hin, wird jedoch umso wütender, je mehr er über die Frage des Jungen nachdenkt.  „Wie durchtrieben mein Sohn nur ist! Stellt mir solche Fragen, nur um an Geld zu kommen!“ Über eine Stunde vergeht bis der Vater sich beruhigt hat und anfängt nachzudenken. „Vielleicht gibt es da wirklich etwas, dass mein Sohn dringend braucht. Er fragt sehr selten nach Geld. Eigentlich hat er noch nie gefragt. Vielleicht braucht er die 25 Euro tatsächlich. Vielleicht habe ich ihm Unrecht getan.“ Der Vater geht zum Zimmer des kleinen Jungen, öffnet die Tür und betritt das Zimmer.

Vater: „Schläfst du schon, Sohnemann?“

Sohn: „Nein, Papa, ich bin noch wach.“

Vater: „Schau mal, ich habe noch mal über alles nachgedacht. Vielleicht war ich tatsächlich ein bisschen zu streng zu dir. Es war ein langer Tag, eine Menge hat sich angestaut und du hast alles abbekommen. Hier sind die 25 Euro um die du mich gebeten hast. Es tut mir leid.“

Der kleine Junge lächelt. „Danke, Papi!”
Der kleine Junge greift unter sein Kopfkissen und holt ein paar weitere zerknitterte Euro-Scheine hervor. Der Vater sieht, dass der Junge unter seinem Kissen bereits Geld gebunkert hat und wird erneut wütend. Langsam und ruhig beginnt der kleine Junge das Geld zu zählen und schaut danach seinen Vater an.

Vater: „Warum zum Teufel fragst du nach Geld, wenn du schon welches hast?“
Sohn: „Weil ich noch nicht genug hatte. Jetzt aber reicht es!“
Sohn: “Papi, jetzt habe ich 50 Euro. Darf ich hierfür eine Stunde deiner Zeit kaufen? Bitte komme morgen früher von der Arbeit nach Hause. Ich möchte gerne mit dir zusammen essen.“

Der Vater sinkt auf den Boden. Er hat mit solch einer Antwort nicht gerechnet. Er ist erschüttert, gerührt, überwältigt. Er schließt seinen Sohn in die Arme, und bittet ihn um Entschuldigung.

Dies ist nur eine kleine Geschichte über Vater und Sohn. Eine kleine Geschichte für all jene die in ihrem Leben so hart und lange arbeiten. Wir sollten nicht zulassen, dass uns in unserem turbulenten Leben, der Blick für das fehlt, was wirklich wichtig ist. Die Menschen, die wir lieben.

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mich hat diese Geschichte geradezu umgehauen….denn ich liebe meine Kinder über alles

mh, im Oktober 2014

Neulich im Irrenhaus

 

Während eines Besuches in einer geschlossenen Anstalt fragt ein Besucher den Direktor, nach welchen Kriterien entschieden wird, ob jemand eingeliefert werden muss oder nicht.
Der Direktor sagt: „Nun, wir füllen eine Badewanne, geben dem Kandidaten einen Teelöffel, eine Tasse und einen Eimer und bitten ihn, die Badewanne auszuleeren.
Der Besucher: „Ah, ich verstehe, und ein normaler Mensch würde den Eimer nehmen, damit es schneller geht, ja?“
Direktor: „Nein, ein normaler Mensch würde den Stöpsel ziehen .

AUTSCH

Mobilfunk-Archäologie im Münsterland

 

handyNachdem russische Wissenschaftler im letzten Jahr bis zu einer Tiefe von 100m gegraben hatten, fanden sie Spuren einer Kupferleitung, die auf ein Alter von 1000 Jahren datiert wurde, und kamen zu dem Schluss, dass ihre Vorfahren schon vor tausend Jahren ein funktionierendes Telefonnetz hatten.
Um nicht abgehängt zu werden, gruben in den folgenden Wochen amerikanische Wissenschaftler auf eine Tiefe von 200m und dann war in den amerikanischen Zeitungen zu lesen:
„US-Wissenschaftler haben in 2000 Jahre alten Erdschichten Spuren eines Glasfaserkabels gefunden. Daraus ist zu schließen, dass in Amerika bereits 1000 Jahre vor den Russen hochtechnologische digitale Telefonie zum Standard gehörte.
Eine Woche später berichtete die Münsterland-Zeitung aus Ahaus: „Nachdem sie im Aaverlauf bis auf eine Tiefe von 800m vorgedrungen waren, haben münsterländische Wissenschaftler absolut nichts gefunden. Dies lässt den Schluss zu, dass unsere westfälischen Vorfahren bereits vor 5000 Jahren eine drahtlose Mobilfunktechnologie nutzten – sprich Handys.“

muhahaha

mystisch

Ein Ingenieur, ein Physiker, ein Mathematiker und ein Mystiker wurden gebeten, die größte Erfindung aller Zeiten zu nennen. Der Ingenieur wählte Feuer, das der Menschheit Macht über Materie gab. Der Physiker wählte das Rad, das der Menschheit Macht über den Raum gab. Der Mathematiker wählte das Alphabet, das der Menschheit Macht über Symbole gab. Der Mystiker wählte die Thermosflasche.
„Warum eine Thermosflasche?“ fragten die anderen.
„Weil die Thermosflasche heiße Flüssigkeiten im Winter warm hält und kalte Flüssigkeiten im Sommer kühlt.“
„Ja – und … ?“
„Denken Sie nach.“ sagte der Mystiker ehrfürchtig. „Diese kleine Flasche – wie kann sie es wissen?“