die Idee und die ersten Schritte im Jahre 2011

Im Jahre 2009 bin ich von Bad Vilbel/Hessen nach Ahaus gezogen  mit meiner Frau in eine freie Wohnung im Haus meiner Schwester. Ich habe mir damit einen langgehegten Wunsch erfüllen können, der da lautete: wenn ich alt werde, ziehe ich back to the roots, zurück in meine Geburtsstadt Ahaus. Das war die Gelegenheit.
Aus dem ursprünglichen Mietverhältnis wurde bald eine Wohngemeinschaft, zwei Ehepaare gesetzteren Alters plus vier kleine pflegeleichte Hunde plus zwei Katzen. Wir genossen Haus und Garten meist gemeinsam, teilten Freud und Leid ohne Probleme. Wir hatten zwei Küchen, wobei wir die warmen Mahlzeiten abends oft schon gemeinsam einnahmen.
2011 dann irgendwann der Entschluss, die Küche zusammenzuschmeissen. Jedes Ehepaar zahlte 200 monatlich Euro in die Haushaltskasse, aus der wurden die gesamten „Futterkosten“ bestritten. Gleichzeitig haben mein Schwager Michael und ich vereinbart, das wir wöchentlich wechselnd abends kochen für alle. Ich hatte bis dahin schon ab und an mal ein schönes Rezept ausprobiert und Michael hatte ohnehin seine Spezialrezepte, ob das nun sein leckerer strammer Max, seine legendären Rindsrouladen oder sein unübertroffenes Gulasch war. Es hat uns (fast) immer gut geschmeckt.

Richtig ins Rollen kam die Sache dan mit meinen Speiseplänen, die ich wöchentlich im Voraus erstellte. So konnten wir uns tagelang schon aufs Essen frreuen und auch das Einkaufen war etwas leichter. Im ganzen Internet habe ich angefangen Rezepte zu suchen und bin fündig geworden, ganz viele habe ich von der Seite „Chefkoch.de“ und inzwischen (2015) auch von schlaraffenland de. Und so ziemlich jedes der in die Speisepläne aufgenommene Rezepte habe ich auch selbst gekocht.

Hier mein erster Speiseplan aus Mai 2011, dem bis heute noch hunderte folgten, ich habe sie alle noch:

Speiseplan

Dienstag
Kartoffel – Apfel Auflauf

1000 g Kartoffeln schälen, waschen, in Scheiben schneiden und ca. 3 min kochen. Äpfel schälen und in Scheiben schneiden, Porree putzen und in Ringe schneiden. Alles schuppenförmig in einer Auflaufform aufschichten, jede Lage mit Salz, Pfeffer und ev. Majoran würzen.
Wenn alles geschichtet ist, Sahne angießen und mit dem geriebenen Käsen und den (frisch gerösteten) Sonnenblumenkernen bestreuen.
Das ganze muss ca. 20 min bei 180 Grad (Umluft) im Ofen backen. Dazu schmeckt Vollkorn- oder Graubrot.

Mittwoch
Tatar angemacht mit frischem Baguette

frisches Rindertartar vom Fleischer mit Salz, Pfeffert, Zwiebeln und wer mag Knoblauch würzen und vermengen. Eigentlich gehört auch noch ein rohes Eigelb da mit rein, in Zeiten von Salmonellen sollte man die Finger davon lassen. Das ganze auf frisches Baguette gepackt, gehackte Zwiebeln für den der mag drüber und geniessen.

Donnerstag
Geflügelklößchen-Eintopf
Die Hühnerbrust (ca. 500 g) mit der Crème légère (1 Becher), dem 1  Ei und den Semmelbröseln vermischen und abschmecken. Mit einem Teelöffel Nocken abstechen und in siedendem Salzwasser ca. 10 Minuten ziehen lassen. Herausnehmen und warm stellen.

3 Kohlrabi, 5 Karotten und 1 Bund Lauchzwiebel in Butter andünsten und mit der Gemüsebrühe. Tomatenmark dazugeben, aufkochen und 15 Minuten ziehen lassen. Zum Schluss die Klößchen dazugeben und eventuell nochmal abschmecken. (Salz, Pfeffer, Paprika, Knoblauch nach Geschmack)
Mit Baguette servieren oder als Hauptgericht Salzkartoffeln in den Eintopf geben.

Freitag

Gemüselaibchen mit Preiselbeeren
ein fettarmes Gericht mit wenig Kohlehydraten
1000 g Kartoffeln weich kochen, abgießen, schälen und zerdrücken. In der Zwischenzeit das gemischte Gemüse (ca. 1000 g) fein würfeln oder raspeln. Keine Gemüsesorten verwenden, die zu viel Wasser lassen, es eignen sich z. B. Zucchini, Kohlrabi, Karotten, Paprika (nicht zu viel, da doch recht viel Wasser enthalten ist), Blumenkohl, Brokkoli, Erbsen …

2 Zwiebel und Knoblauch fein hacken und in einer Pfanne mit dem Öl anrösten. Das Gemüse zugeben und einige Minuten rösten, austretende Flüssigkeit sollte dabei wieder verdampfen. Abkühlen lassen. Den Ofen auf 180°C vorheizen.

Die Kartoffeln und das Gemüse mischen, den Quark (100g) und2  Eier zugeben und mit Salz, Pfeffer und Kräutern würzen. Die Masse mit den Händen verkneten. Nach Bedarf Semmelbrösel zugeben, es sollte eine mäßig klebrige, formbare Masse entstanden sein.

Laibchen aus der Kartoffelmasse formen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Backblech geben. Auf der mittleren Schiene ca. 30 – 40 Minuten backen. Mit einem Klacks Preiselbeeren aus dem Glas warm servierren.

Soweit mal einige Rezepte, alle habe ich leider nicht mehr. Alles sind für 4 Personen gedacht, viel Spaß beim Nachkochen.

……….wird fortgesetzt……………………

Kochen und Rezepte

hallo liebe Leser,

 

nach dem plötzlichen Unfalltod von Michael Ende 2013 hat mich meine Schreiblust komplett verlassen. Langsam wirds jetzt wieder und ich habe mir vorgenommen über meine Erfahrungen mit Küche und Kochen und über meine vielen erprobten Rezepte zu berichten. Meine Sammlung umfasst hunderte von selbst erprobten Rezepten, gefunden meist im Internet, oft mit eigenenh Ideen und Erfahrungen verfeinert. Lasst euch überraschen.

 

Martin

Flaschenpfand für arme Leute

Endlich Pfand sammeln mit Würde, dieser Artikel hier von meiner Nichte in Facebook geteilt hat mich aufgeschreckt!
Kann man Pfandflaschen und -dosen sammeln, wühlen in Abfallbehältern und in Körben von großen Filialbetrieben in Würde?

Ich lebe in einer mittelgroßen Stadt im westfälischen Münsterland, die Arbeitsloenquote ist richtig niedrig. Es gibt große Industriegebiete mit kleiner und mittlerer Industrie, keine wirklich dominierenden Großbetriebe. Es herrscht ein positives Klima, auch in den Ortsteilen, abgesehen von kleinen Händeln, die aber wohl nicht zukunftsbestimmend sind und auch bedeutungslos.
Aber, und damit zum Thema, es gibt Armut, Armut in einer Stadt wie dieser hier. Es gibt Bewohner, die betteln, die suchen, die gieren müssen, um ihren täglichen Lebensunterhalt zu sichern. Mich hat das umgehauen.
Ich rede hier nicht von denen (ja die gibt es wirklich, leider, aber nur wenige) die durch eigenes Verschulden und Uneinsichtigkeit, durch Arbeitsunwilligkeit und ganz privates Unvermögen nicht in der Lage sind ihren eigenen täglichen Unterhalt zu sichern.
Nein, ich rede und schreibe von denen, die ohne eigenes Verschulden ein Einkommen, eine Rente beziehen, die zum Leben zu wenig und zum Sterben zu viel bietet. Von denen, die immer hart am Limit kämpfen, mit Ihrer kontoführenden Bank, mit Ihren Rechnungen, mit der monatlichen Differenz zwischen Einnahmen und Ausgaben, die immer zu ihren Ungunsten ausgeht. Immer ist der Monat zu lang für die anstehenden Ausgaben. Daas ist so deprimierend, jeder der das kennt wird es bestätigen.
Hier in unserem Ort lernte ich vor Monaten einen sehr freundlichen, netten älteren Herrn kennen. Er sammelte Pfandflaschen, täglich, ausdauernd und erfolgreich. Mit seinem Fahrrad war er täglich unterwegs, klapperte stadtweit Papierkörbe, Müllbehältnisse, Kneipen, Bahnhof, usw. usw. ab und sammelte Pfandflaschen. Ich habe zu der Zeit auch aus Umweltgründen Müll entsorgt hier in unserer Wohngegend und ihm die dabei gefundenen Pfandflaschen an einer vereinbarten Stelle hinterlegt. Irgendwann mal habe ich ihn gefragt, warum er sich das antut mit den Flaschen.

Ganz einfach, sagte er…erstens hab ich eine nur kleine Rente, knapp für meine Frau und mich, sehr knapp für das tägliche Leben. Und außerdem bin ich krank, ich hab Probleme mit meinem Rücken und nur die tägliche Fahrerei mit dem Fahrrad beim Flaschensammeln hält mich einigermaßen gesund. Pro Tag so um die 50 km sagte er mir. Dazu kommt, das ich mit den gesammelten Pfandflaschen gut dazuverdiene, so das meine Frau und ich ein relativ normales Rentnerleben führen können und unsere Miete zahlen ohne Schmerzen und Probleme und vor allem ohne öffentliche Hilfe(!)
Uff habe ich mir gedacht, das ist herb. Ich bin auch Rentner, habe sicher keine üppige Rente, aber wir kommen klar mit dem was reinkommt, keine großen Sprünge, aber wir leben passabel mit dem was wir haben und müssen keine Pfandflaschen sammeln.

Vor zwei Wochen treffe ich meinen Flaschensammler bei einem der großen Filialisten am Pfandautomaten. Er sitzt nicht auf seinem Fahrrad sondern auf einem Rollator. Befragt, was denn los sei, gesteht er zögernd, das sein Rücken ihm das Fahrrad nicht mehr erlaubt und er seine tägliche Sammeltour nicht mehr fahren kann. So sitzt er hier am Automaten und hofft, das er von dem Pfand was abbekommt, er bettelt, er muss betteln. Leute, das hat mich umgehauen, richtig umgehauen. Wie verhält man sich in so einem Moment? Ich schäme mich jetzt, wo ich das hier schreibe, denn ich habe ihm meine Hilfe nicht angeboten in diesem Moment. Ich hoffe nun, das sich ihn wieder mal sehe, denn ich werde ihm dann mein Flaschenpfand übereignen, nicht für mich behalten. Und versuchen, noch mehr für ihn zu tun, wenn ich kann.
Unser Vorurteil die Flaschenpfandsammler, die machen Kasse mit unseren Pfandflaschen. Ja, stimmt, sie leben von den Sachen die wir wegwerfen, aber oft brauchen sie die auch zum Überleben. Der Staat kümmert sich um uns, sagt er, aber was ist, wenn ich diese Hilfe nicht akzeptieren mag, aus welchem Grund auch immer?
Ich werde diesen Mann unterstützen, wenn ich ihn wiederfinde. Ich kann nicht viel für ihn tun, aber das was ich tun kann für ihn werde ich tun, das verspreche ich hier.

Kennt ihr auch jemanden, dem ihr in eurem Umfang helfen könntet? Tut es, um Gottes und der Gerechtigkeit willen, er hat es verdient. Keiner sollte betteln müssen für seinen Lebensunterhalt.

 

MH, im Juni 2015

DAS LEBEN IST EINES DER SCHÖNSTEN

 

Es bedarf nur ganz wenig Mut, Kraft und Übung, täglich die schönen und liebenswerten Dinge des Lebens wahrzunehmen und zu genießen. Sicher, wir alle neigen leider dazu, die negativen und nicht so schönen Dinge des täglichen Lebens wahrzunehmen, leider!
Es sind aber die schönen Momente des täglichen Wahnsinns, die uns am Leben erhalten, die uns weiterbringen, die uns Kraft geben, ob wir es nun wollen oder auch nicht. Krach mit dem Partner – ja und, kommt vor. Krach heißt doch nichts anderes, als das mich mein Partner noch wahrnimmt, das er/sie mich noch nicht abgeschrieben hat, oder? Und das lässt sich auf unzählige andere Lebenssituationen übertragen.
Ich habe es irgendwann geschafft, mit der bewussten Wahrnehmung positiver Gedanken mein Leben zu gestalten und dafür bin ich heute und täglich wieder unendlich dankbar. Das hat Jahre gedauert, erste Ansätze gab es in den Achtzigern, als ich gerade mal dreißig wurde. Persönliche Lebenserfahrungen setzten da erste Markierungspunkte und Ansätze, die sich heute noch nach wie vor auswirken und auszahlen.

Ich hoffe, das ich ganz vielen Menschen, die mich erlebt haben oder erleben mussten als Trainer meine positive Einstellung wahrgenommen und übernommen haben und auch leben, so wie ich. Bei etlichen bin ich mir da ganz sicher.
Nicht das ich perfekt wäre darin, ich bin oft gescheitert, habe Abstürze erlitten, die ich nur mühsam verarbeitet habe oder sogar immer noch verarbeite. Aber, es geht immer wieder aufwärts im Leben. Glaub dran und es wird stattfinden, auch wenn es dich im Moment vielleicht auch mal heftig beutelt. Such dir jemanden, mit dem du reden kannst, das ist der erste Schritt. Familie und Freunde sind da unbezahlbar.

Ich bin jetzt 65, habe drei wunderbare erwachsene Kinder, die ich viel zu wenig sehe und sieben Enkelkinder. Alle sind meines Erachtens gut geraten, jedes mit seinen ganz speziellen Eigenarten und Besonderheiten, die uns Menschen nun mal auszeichnen. Um die mache ich mir keine Sorgen, sie haben alle wunderbare Eltern.
Ich hatte und habe ein schönes Leben, wohl mal von einigen Schicksalsschlägen unterbrochen, aber das ist doch normal. Das Leben ist kein Ponyhof, so heißt es doch immer oder? Ich möchte keinen Moment in meiner Vergangenheit missen, das ist mein Leben. Ich bleibe weiterhin positiv, freue mich vor allem über Kleinigkeiten, denn die halten mich oben. Nicht die Urlaubsreise nach Mallorca ist der Hit, sondern der Satz „ich liebe dich“ oder „ich brauche dich“ der ist viel mehr wert. Mallorca kommt dann eh irgendwann von allein, wenn überhaupt noch gewünscht.
Außerdem bin ich ein bisschen verrückt, wenn ich so was schreibe, aber Ihr, meine Freunde, seid so wertvoll, das ich das gern mit euch teile.
Ihr könnt sagen was immer ihr wollt, das Leben ist eins der schönsten

 

Mai 2015 mh

Die Regenbogenbrücke

Diesen Text habe ich vor Jahren irgendwo im Internet gefunden. Ich weiß nicht, wer der Verfasser ist, leider, denn ich würde ihm meine Hochachtung aussprechen für diesen wunderbaren Text. Wann immer ich ihn lese, stehen mir Tränen in den Augen.

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Auf einer Seite des Himmels gibt es einen Platz, der Regenbogenbrücke genannt wird. Wenn ein Tier stirbt, das jemandem besonders nahe stand, begibt es sich zur Regenbogenbrücke. Dort sind Wiesen und Hügel für all unsere besten Freunde, so dass sie zusammen laufen und spielen können. Dort gibt es Futter, Wasser und Sonnenschein im Überfluss, und unsere Freunde haben es warm und fühlen sich wohl und behaglich.

Alle Tiere, die krank und alt waren, haben wieder ihre Gesundheit und Energie; die, die verletzt oder verstümmelt waren, sind wiederhergestellt und stark, so wie wir sie in Erinnerung haben. Die Tiere sind glücklich und zufrieden, bis auf eine Kleinigkeit. Sie alle vermissen ihren Menschenfreund, den sie zurücklassen mussten. Sie laufen und spielen zusammen, aber der Tag kommt, an dem eines plötzlich stoppt und in die Ferne sieht. Seine strahlenden Augen sind aufmerksam; gespannt zittert der Körper. Plötzlich beginnt es von der Gruppe wegzulaufen, fliegt über das grüne Gras, seine Beine tragen es schneller und schneller.

Es hat Dich gesehen, und wenn Du und Dein Freund sich endlich treffen, werdet Ihr im freudigen Wiedersehen so zusammenhalten, auf dass ihr nie wieder getrennt werdet. Glückliche Küsse regnen auf Dein Gesicht. Deine Hände liebkosen wieder den geliebten Kopf, und Du siehst einmal mehr in die vertrauensvollen Augen Deines Lieblings, welcher zwar lange aus Deinem Leben, aber nie aus Deinem Herzen verschwunden war. Dann geht ihr zusammen über die Regenbogenbrücke.

Was aber geschieht mit den Tieren, die niemand Besonderen haben?

Entgegen den meisten Tagen an der Regenbogenbrücke, dämmert dieser Tag kalt dunstig und grau. Der düsterste Tag, den man sich vorstellen kann. Die Tiere, die erst vor kurzem angekommen sind, sind verwirrt und verunsichert, da sie einen solchen Tag nie erlebt haben, seit sie die Regenbogenbrücke erreicht haben. Sie wissen nicht, was sie denken sollen. Doch die Tiere, die bereits eine Weile damit verbracht haben, auf ihre Lieben zu warten, wissen nur zu gut, was geschieht. Sie versammeln sich am Pfad, der zu der Brücke führt. Sie wissen, das dies etwas Besonderes ist und sie wollen es sich ansehen.

Es dauert nicht lange, bis ein älterer Hund in Sichtweite kommt. Sein Kopf hängt schwer und tief, sein Schwanz schleift am Boden. Der alte Hund nähert sich langsam der Brücke. Obgleich sein Herz offensichtlich schwer und er von Trauer und Schmerz überwältigt ist, findet man kein Anzeichen von Verletzung oder Krankheit an ihm. Doch im Gegensatz zu den Tieren, die an der Brücke auf ihre Lieben warten, ist dieser Hund nicht zurückversetzt in seine Vollkommenheit. Er ist weder vollkommen gesund, noch vollkommen kräftig.

Während er seine schmerzhafte, langsame Reise macht, beobachtet er die Tiere, die ihn nun alle ansehen. Er ist hier fehl am Platz , dies ist kein Ort zum Bleiben für ihn. Er fühlt instinktiv, daß er um so glücklicher sein würde, je schneller er die Brücke überqueren würde.

Doch es soll nicht sein. Als er sich der Brücke weiter nähert, erscheint ein Engel und stellt sich ihm in den Weg. Der Engel spricht sanft und entschuldigend zu dem alten Hund. Er erklärt ihm, daß er die Regenbogenbrücke nicht überqueren darf, da nur die Tiere, die mit ihrem besonderen Menschen zusammen sind, hinüber dürfen. Er jedoch hat keinen besonderen Menschen – nicht hier an der Regenbogenbrücke, noch unten auf der Erde.

Ohne Ort, an den er gehen kann, wendet sich der alte Hund ab in Richtung der Felder vor der Brücke. In einer eigenen Region in der Nähe sieht er eine Gruppe älterer, schwacher Tiere, Hunde und Katzen, die ebenso traurige Augen haben wie er. Anders als die Tiere, die auf ihren besonderen Menschen warten, spielen diese Tiere nicht. Sie liegen nur auf dem grünen Gras, starren verloren und voller Not und Elend zu dem Pfad, der zur Regenbogenbrücke führt. Der alte Hund weiß, daß er keine Wahl hat, daß er zu ihnen gehört. So nimmt er seinen Platz unter ihnen ein, den Pfad anstarrend und wartend.

Einer der letzten Angekommenen, der auf seinen besonderen Menschen wartet, kann nicht verstehen, was er gerade gesehen hat. Er bittet eines der anderen Tiere, das bereits eine Weile dort ist, es ihm zu erklären.Der arme Hund wurde von seinem Besitzer ins Tierheim gebracht, als er seiner überdrüssig wurde. Der Anblick, den er nun bietet mit seinem grauen Fell, seinen traurigen, düsteren Augen, ist derselbe Anblick, den er abgab, als er in den Zwinger gebracht wurde. Er kam nie wieder heraus und brachte sich durch, mit nur der Liebe und Zuwendung, die ihm die Heimangestellten geben konnten. So verließ er sein leidvolles, ungeliebtes Leben auf der Erde endgültig. Doch da er keine Familie hatte, keinen besonderen Freund, dem er seine Liebe geben konnte, hat er niemanden, der ihn über die Brücke begleiten kann.“

Das erste Tier denkt darüber nach und fragt dann: „Doch was wird nun mit ihm geschehen?“ Als er gerade seine Antwort bekommen soll, teilen sich die Nebel, die Düsterkeit verzieht sich. Ein einzelner Mann kommt auf die Brücke zu. Ein Mann, der auf der Erde ein gewöhnlicher Mann war, der ebenso wie der alte Hund die Erde für immer verlassen hatte. Er wendet sich zu der traurigen Gruppe der älteren Tiere und hält ihnen seine ausgestreckten Handflächen entgegen. Die süßesten Gesänge, die sie je gehört hatten, erklingen milde über ihnen und all die älteren Tiere sind unmittelbar in das reinste goldene Licht getaucht. Innerhalb eines Momentes sind sie alle wieder jung und gesund, sind sie wieder in der Blüte ihrer Jahre. Eine andere Gruppe aus der Mitte der Tiere, die auf ihren besonderen Menschen warten, bewegt sich zu dem Pfad. Als sie dem Mann näher kommen, verbeugt sich jedes von ihnen und während er an ihnen vorübergeht, legt er jedem von ihnen zärtlich seine Hand auf den Kopf und spricht sanft ihre Namen.

Schließlich bilden die Tiere, die eben noch auf niemanden warten durften, eine Reihe hinter dem Mann und folgen ihm leise. Sie überqueren die Brücke gemeinsam. „Was ist geschehen?“ „Dieser Mann verbrachte sein ganzes Leben damit, Tieren jeder Art zu helfen. Die Tiere, die Du sahst, die ihm Respekt zollten, waren die Tiere, die durch seine selbstlose Hilfe ein neues Zuhause fanden. Sie werden die Brücke überqueren, wenn ihre neuen Familien angekommen sind. Die Tiere, die plötzlich wieder jung und gesund wurden, waren die, die niemals ein Zuhause fanden. Wenn ein Mann oder eine Frau, die ihr ganzes Leben damit verbrachten, Tieren zu helfen, hier ankommen, wird ihnen ein letzter Akt der Barmherzigkeit gewährt. Sie dürfen all die armen Tiere über die Brücke begleiten, denen sie auf der Erde nicht mehr helfen konnten. Weißt Du, ALLE Tiere sind für sie besonders, so wie sie besonders sind für alle Tiere.“

 

mh, Mai 2015

Auf den Hund gekommen

wer kennt das nicht, einmal Hund(e), immer Hund(e). Der Hund als Spielkamerad für die Kinder, als Familienmitglied, Wächter, Begleiter oder einfach nur Knuddelhund. Wir wollen unsere Hunde nicht missen, auch wenn es Moment gibt, wo wir ihnen am liebsten die Freundschaft kündigen möchten.

Aber wie sind wir irgendwann mal auf den Hund gekommen? Sicher spielt die eigene Kindheit da eine Rolle, wir hatten immer Hunde zuhause. So hatte ich auch in jungen Jahren schon einen Hund, einen Brackenmischling mit Namen Whisky. Könnt ihr euch die Blicke der Spaziergänger vorstellen, wenn ich laut „Whisky, Whisky“ rufend durch die Gegend wetzte auf der Suche nach meinem dauernd ausgekniffenen Hund Whisky?
Es folgten weitere Hunde, alle mit bezaubernden Eigenheiten und Marotten und heiß geliebt.
Da gab es Cilly, eine Kurzhaarteckeline, unglaublich liebebedürftig aber bei der Jagd rattenscharf. Sie hasste Katzen.
Cora, Mutter von insgesamt 10 wunderschönen Welpen in drei Würfen. Cora war auch noch ein guter Jagdhund, dem kein Fuchsbau zu tief und keine Fährte zu alt war. Sie ist sehr alt geworden und in den Armen meiner jüngsten Tochter für immer eingeschlafen.
Kiki, ein stolzer und etwas unnahbarer Pudelrüde und seine Gegenspielerin Jenny, ein Schmusepudelmädchen und Temperamentbündel. Jenny hat über Jahre täglich eine Wurst abgestaubt im Kiosk am Bahnhof unseres Wohnortes. Ihre Unart, Steine zu apportieren hat sie mehr oder weniger alle Zähne gekostet, eine verrückte Unart.

Alle sind sie schon über die Regenbogenbrücke gegangen und glücklich im Hundehimmel.

Aktuell gibt es im Moment eine schon sehr alte und bisschen klapprige Pudeldame bei uns, dazu unsere heissgeliebte PUTE, ein Pudel-Terrier Mischlingsmädchen. Und diese PUTE ist ein klassisches Beispiel für „auf den Hund gekommen“, sie stammt nämlich aus einem Tierheim in Norddeutschland und ist eher ein Zufallsfund.

Können Welpen eigentlich schwimmen?

 

Diese Frage haben wir uns öfter gestellt, denn es wird ja behauptet, das jeder Hund quasi von Natur aus schwimmen kann. In meiner Zeit als Züchter von Rauhhaarteckeln haben mich das auch öfter mal Kunden gefragt. Gut, meine Hunde konnten alle schwimmen, aber ab wann, ab welchem Alter wusste ich nicht. Ich wollte nun auch nicht hingehen und so einen kleinen Kerl ins Wasser werfen, womöglich konnte der ja garnicht schwimmen und würde absaufen. Die Frage beantwortete sich eines Tages von ganz allein.
Wir waren mit unserer Hündin und ihren Welpen, ca. 9 Wochen alt, zu Besuch bei einem Käufer, der einen der Welpen erwerben wollte. Er hatte schon einen Rüden von unserer Cora aus dem ersten Wurf und wollte einen weiteren dazukaufen.
Wir saßen also vergnügt bei Kaffee und Kuchen bei ihm auf der Terasse während die beiden Teckel mit den Welpen auf dem Rasen herumtobten und spielten. Es war herrlich, die ganze Bande zu beobachten. Vor allem die Welpen, die unglaublich neugierig alles mit Nase, Augen und Pfoten begutachten mussten.
Weiter hinten im Garten gab es einen kleinen Teich, der es den Kleinen angetan hatte. Alle mussten da mal hin und saufen und mit den Pfoten ins Wasser stupsen. Der kühnste von den Welpen begab sich sogar todesmutig (der hatte ja keine Ahnung) auf eine Grünfläche direkt am Ufer, die verlockend in den Teich hereinragte. Sein Pech, das es kein fester Boden war, sondern nur grosse Seerosenblätter, die natürlich seine 500 Gramm nicht tragen konnten und unter ihm versanken. Platsch, lag der kleine Kerl im Wasser und….versank. Ich war schon aufgesprungen und in Richtung Teich unterwwegs, als der kleine Kerl prustend auftauchte und mit seinen kleinen Pfoten auf das Wasser einhieb, das es nur so spritzte. Er rettete sich allein ans Ufer, ich brauchte nicht einzugreifen.
Seitdem wissen wir, das Welpen schwimmen können! Genau diesen Welpen hat der Kunde auch gekauft, es wurde daraus ein mutiger Jagdhund und, wen wundert das, ein wasserfreudiger Apportierhund für die Entenjagd. Er hat viele glückliche Jahre gelebt.

 

ms Mai 2015

Gutes Essen – ein schonungsloser Blick hinter die Kulissen

Kochen ist eine Leidenschaft, die geradezu explosionsartig entsteht. Kochen war für mich ein Fremdwort, naja, mal Nudeln, Rührei oder einen Bohneneintopf, okay. Aber richtig kochen, lecker, mit Phantasie und sogar Spaß, neeee, nix für mich. Bis, ja bis mich der Kochspaß erwischte.

Im Jahre 2010 sind wir, meine Frau und ich, ins schöne Münsterland umgezogen, in meine Geburtsstadt Ahaus. Ein Wunsch, den ich mir nach vielen Jahren Traum erfüllen konnte, weil im Haus meiner Schwester eine knuffige genau für uns passende kleine Wohnung frei wurde. Dort wurden wir dann Mieter und später wurde aus der Mietgemeinschaft eine waschechte Wohngemeinschaft. So richtig, mit gemeinsamer Küche und gemeinsamen Essenszeiten im Speiseraum. (wie sich das anhört)

Aus den gemeinsamen Mahlzeiten erwuchs relativ schnell das zunächst gemeinsame Kochen. Jeder steuerte das dazu bei, was er meinte zu können, viel war das nicht, aber erstmal ganz interessant. So konnte ich prima Rühr- und Spiegeleier braten, Nudeln und Bratkartoffeln zubereiten mit diversen (Tüten)Saucen drüber. Einen Blattsalat mit Fertigsauce zu kreieren war auch kein Problem. Kalte Küche mit Häppchen und Pizza und diverse Eintöpfe waren auch ganz schmackhaft. Michael war da schon besser, sein strammer Max war geradezu gigantisch lecker, sein Gulasch und seine Rouladen berühmt und unwiderstehlich.

Aber zurück zum Thema:
Irgendwann ergab es sich, das mein Schwager Michael und ich uns das Kochen geteilt haben, eine Woche er und eine Woche ich, abwechselnd: Unsere beiden Frauen hatten mit Kochen nichts mehr zu tun, die haben immer nur nach dem Essen das Chaos in der Küche beseitigt, was wir Männer hinterlassen haben.
Irgendwann, im Juni 2011 habe ich angefangen, für meine Kochwochen jeweils im Voraus einen Speiseplan zu erstellen. Dabei bediente ich mich einiger Rezepte aus meiner Erfahrung, aus Erinnerungen und vor allem, aus dem unerschöpflichen Rezeptvorräten des Internet. So sieht so ein Speiseplan dann aus, hier mal ein Beispiel vom 20.10.2013

Montag
Spaghetti mit Krabben-Tomaten-Sahnesauce

Dienstag
Grünkohl crunchy, Babykartoffeln

Mittwoch
Kürbiscremesuppe mit Maronen

Donnerstag
24h Schnitzel mit Kroketten

Freitag
Forellen-Pfannkuchen

Samstag
Hähnchenschenkel aus dem Backofen mit ????

Sonntag
Hackbraten-Guglhupf

Ich habe inzwischen 75 solcher „Wochenpläne“ abgespeichert und „abgekocht“, mit nur ganz wenigen Wiederholungen drin. Im Laufe der Wochen und Monate entstehen natürlich mannigfaltige Erfahrungen. Nicht alles, was ich zubereitet habe, hat dann auch geschmeckt. So ist mir eine russische Woche voll misslungen, war irgendwie alles nicht so gut. Mediterrane Wochen sind aber immer wieder was Feines. Erfahrungen führen dazu, das ich inzwischen auch mit eigener Fantasie Gerichte entwickele und vor allem, mich auch schon mal an schwierigere Sachen herantraue. So gab es zu Weihnachten mal einen super gelungenen Rehrücken oder Lachsforelle im Salzmantel, mit den dazugehörigen Beilagen. Auch verrückte Gerichte mit Namen wie Schnudendunker, Chessbaar und Schtschi und andere ausgefallene Gerichte habe ich ausprobiert und oft für gut befunden.

Wir entdeckten Vorlieben, die uns bisher fremd waren. So lieben wir inzwischen von allen Kohlsorten den Spitzkohl am meisten, den wir bis dato schlicht ignoriert haben, weil wir ihn nicht kannten. Im Münsterland werden Rüben gern verspeist, die sind ja sowas von lecker richtig zubereitet. Stielmus, eine Erinnerung aus meiner Kindheit wiedergerfunden, lecker. Statt dem üblichen „BLUBB“ Spinat bevorzugen wir inzwischen „BLATT“ Spinat in vielen Varianten, auch als Füllung für Muffins zum Beispiel oder für überbackenen Nudelauflauf. Der erste verarbeitete Kürbis, ein Hokkaido schmeckte uns so gut, das wir weitere Kürbisgerichte auch mit anderen Sorten ausprobierten und letztes Jahr im Garten die ersten Kürbisse selbst ernten konnten.
Was gibt es für Eier doch an Möglichkeiten der Zubereitung, da kann man glatt Tage mit füllen. Und Aufläufe, mit Sahneguss, mit Käse überbacken, herzhaft oder auch mal süss. Kartoffeln sind schier unerschöpflich in ihren Zubereitungsmöglichkeiten, vom frischen Püree bis zu zarten Süsskartoffelscheiben im Salat. Ich könnte hier noch seitenweise weiter schwärmen, es gibt einfach nur unglaublich viele Möglichkeiten.

Wir haben im Laufe der Zeit einige Schwerpunkte gesetzt, die uns wichtig erscheinen und die uns auch gut tun:

Wir sind Diabetiker, so das wir unsere Küche immer mehr darauf abstimmen. Das fängt damit an, das wir einen Pizzaboden aus z.B. aus Blumenkohl oder Thunfisch anfertigen statt aus Hefeteig, schmeckt wahnsinnig gut. Pfannkuchen aus Buchweizenmehl sind was ganz Feines. Brot backen wir gern selbst, Vollkornmehle bevorzugt. Und vor allem ein kohlehydratarmes Brot in vielen Geschmacksrichtungen fast ohne Mehl, dies auch gern als leckeren Muffin im Muffinförmchen, sowas von lecker. Starke Einschränkungen beim Gebrauch von Fett, unsere Friteuse haben wir ausrangiert, Öl und Fett verwenden wir sparsam. Sahne wird durch fettreduzierte Kochsahne ersetzt wenn möglich. Kartoffelpuffer z.B. kann man lecker auf einem Backbleck auf Backpapier mit nur ein paar Tropfen Öl im Backofen backen. Gut würzen, schmeckt fantastisch und macht viel weniger Arbeit wie das Ausbacken der vielen fettigen Puffer.

Wir sind keine vegan lebenden Esser, aber wir verzichten mittlerweise immer mehr insbesondere auf Fleisch. Wer öfter mal die richtigen Sendungen sieht im Fernsehen kommt da von ganz allein drauf, vor allem bei Geflügelfleisch. Eine leckere Bratwurst oder eine Scheibe Schinken vom Metzger, der seine geschlachteten Tier und ihre Haltung kennt gönnen wir uns aber durchaus noch, eben viel seltener wie früher. Und auch eine frisch geangelte Forelle oder im Urlaub an der See frisch gefangenen Fisch gönnen wir uns gern mal. Und lieber frisches Gemüse vom Markt wie Konserven, wobei man da ja durchaus streiten kann, es gibt hervorragende Konserven und vor allem gefrorenes Gemüse, das wirklich sehr gut und vor allem knackfrisch ist.

Ein relativ neuer Trend für uns sind grüne Smoothies. Wir haben kaum Obst gegessen bisher, durch die Zubereitung und den täglichen Verzehr dieser Smoothies haben wir da deutlich zugelegt. Sicher kann man über diesen Trend streiten, aber, es geht uns gut damit und das ist es ja was wir uns wünschen.
Die beiden Damen im Hause haben durch die kontrollierte Küche in den letzten Monaten ganz erklecklich abgenommen, ein toller Erfolg. Ich bin da nicht so erfolgreich, mir schmeckt es einfach immer noch zu gut. Gut Ding will eben Weile haben.

Seit einem halben Jahr lebt unser zweiter Koch Michael nicht mehr, aber meine Schwester übernimmt erfolgreich seinen Kochpart und ihr geht es wie mir vor drei Jahren. Je mehr und öfter sie kocht, desto mehr Spaß hat sie daran und vor allem, sie holt auf. Wenn ich nicht aufpasse, überholt sie mich, sie ist nämlich ein Naturtalent.

Es macht uns allen, Köchen und Essern, große Freude und nur das zählt.

Wird fortgesetzt…..

DIE GANZ STARKEN KINDER

 

Wir sprechen von Ihnen als von den „Ganz schwachen Kindern“, aber in
Wirklichkeit sind sie die ganz starken Kinder.

Sie (die Kinder) hocken in einem Rollstuhl. Ihr Oberkörper wird durch steife Plastikgurte, die sich über Brust und Schulter ziehen, an die Rückenlehne des Rollstuhls gepresst; er würde sonst nach vorne sacken. Zwischen ihren Oberschenkeln liegen ebensolche hartkantigen Gurte und halten ihre Becken. Die Füße sind mit Lederriemen auf dem Fußbrett festgeschnallt. Eine Fesselung ist das nicht. Sie können sich ohnehin nicht bewegen. Ihr Kopf wird durch ein Tuch an die Kopfstütze gebunden; wird das vergessen, knickt er zur Seite oder sinkt tief auf die Brust, der Blick geht starr zu Boden. Dann müssen sie warten, bis einer etwas merkt und ihren Kopf aufrichtet und festbindet. Sie können nicht sagen: „Mir ist heiß, weil das Plastikmaterial des Rollstuhls mich zum Schwitzen bringt“. Sie müssen warten, bis einer ihr nasses Gesicht bemerkt.

Sie können nicht sagen: „Mir ist kalt, meine festgebundenen Füße sind eingeschlafen“. Sie müssen warten, bis jemand sieht, dass sie zittern.

Sie können nicht sagen: „Mir ist schlecht“. Sie müssen warten, bis
einer ihre Blässe sieht oder sie erbrochen haben.

Manchmal haben sie Leibschmerzen von den vielen Abführmitteln, die Windeln sind nass und voll Kot, das brennt. Sie müssen warten, bis einer es riecht und sie säubert.

Der Speichel, der unaufhörlich über den Hals in den Pullover rinnt, kitzelt unangenehm.

Sie müssen warten, bis einer sie abwischt, immer wieder und hoffen, dass er ein weiches Tuch nimmt, denn ihr Kinn ist wund.

Die Gurte schneiden ein und machen taube Glieder. Sie müssen warten, bis einer ihre Tränen sieht und warten, dass er herausfindet, warum sie weinen.

Sie können kein Wort, keinen Laut hervorbringen und ihre Hand nicht zeigen und den Vorbeigehenden nicht festhalten. Sie können vielleicht die Hand nicht einmal öffnen, geschweige denn, den Arm ausstrecken.

Vielleicht können sie die Menschen in ihrer Umgebung anschauen und sie mit den Augen rufen, aber sie können nicht sicher sein, dass diese Menschen die Fähigkeit besitzen, in ihren Augen zu lesen.

Wir sprechen von den „ganz schwachen Kindern“, aber in Wirklichkeit
sind sie die GANZ STARKEN KINDER!

Sie müssen immer warten, dass der andere auf sie zugeht. Warten, dass andere ihre einfachsten Bedürfnisse befriedigen – von ihren Wünschen und deren Erfüllung wird wohl selten die Rede sein.
MAN MUSS STARK SEIN, UM SOLCH EIN LEBEN ZU LEBEN.